Kreis Wesel: Eine Ausbildung mit Unterstützung

Kreis Wesel : Eine Ausbildung mit Unterstützung

Die Start NRW GmbH bietet mit der partnerschaftlichen Ausbildung ein Konzept an, das zusätzliche Lehrstellen schaffen soll. Beim Dinslakner Betrieb Maseizik zum Beispiel hat es geklappt.

Eigentlich hatte Benjamin Junge alles richtig gemacht. Der 19-Jährige hatte eine Ausbildungsstelle als Anlagenbauer im Bereich Sanitär, Heizung und Klimatechnik in Wesel gefunden. „Da war ich drei Monate und man hat mich nicht bezahlt“, berichtet er. Das Unternehmen, bei dem er seine Ausbildung absolvierte, ging in Konkurs. „Ich habe dann mit meinem Lehrer an der Berufsschule gesprochen“, erzählt Benjamin Junge. Der wiederum wandte sich an an Klaus Maseizik in Dinslaken. „Ich habe engen Kontakt zum Berufskolleg und war sofort bereit, einen weiteren Auszubildenden aufzunehmen“, sagt er.

Allerdings erinnerte er sich auch daran, dass er noch eine Broschüre der Start NRW GmbH abgeheftet hatte. Das Unternehmen, zu dessen Gesellschaftern das Land Nordrhein-Westfalen, Unternehmerverbände, Arbeitgeberverbände, Städte und Gewerkschaften zählen, bietet mit der partnerschaftlichen Ausbildung ein besonderes Konzept an. „Unser Ziel ist es, damit neue Ausbildungsplätze zu schaffen und Unternehmen dazu zu motivieren, auszubilden“, erklärt Stefan Paß, Leiter der Start NRW Niederlassung in Wesel. Die Auszubildenden schließen einen Ausbildungsvertrag mit der Start NRW ab, die wiederum einen Kooperationsvertrag mit dem Ausbildungsbetrieb schließt. „Wir übernehmen die Hälfte der Ausbildungskosten, übernehmen das Ausbildungsmanagement und unterstützen die Ausbildung“, erklärt Stefan Paß. Der Ausbildungsbetrieb kümmert sich ganz normal um den fachlichen Teil der Ausbildung, bekommt dabei aber Hilfestellung. „Start NRW kümmert sich und lässt weder uns als Betrieb noch Benni als Auszubildenden im Regen stehen“, sagt Klaus Maseizik.

So gibt es eine engmaschige Betreuung durch die Start NRW GmbH, die Betrieben und Auszubildenden gleichermaßen nutzt. „Wir schauen in Einzelfällen auch, wo die Schwächen beim Auszubildenden liegen und welche Lösungen man finden kann“, sagt Stefan Paß. Dabei gehört es auch zum Service der Start NRW, für Ausbildungsbetriebe die passenden Auszubildenden zu finden oder für Auszubildende, die noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, einen passenden Betrieb. „Beides ist bei uns gelebte Praxis“, sagt Stefan Paß. Auf diese Weise betreut man mittlerweile rund 300 Ausbildende, sowohl im Handwerk, als auch im industriellen Bereich.

Auf das Angebot der Start NRW, passende Auszubildende für den Betrieb zu finden, würde Klaus Maseizik eventuell auch zurückgreifen. „Gute Fachkräfte sind schwierig zu finden. Und wenn es mal nicht klappt, würde ich das wohl ausprobieren“, sagt der Betriebsinhaber. Benjamin Junge ist erst der dritte Auszubildende, den er in seinem Betrieb hat, auch wenn er schon seit über 30 Jahren am Markt ist. „Ich habe nur meine Söhne ausgebildet und dann erstmal niemanden mehr“, sagt Klaus Maseizik. „Aber ich habe mich bekehren lassen.“ Seinen ersten Auszubildenden hat er direkt eingestellt. Jetzt hat er neben Benjamin Junge noch einen weiteren Auszubildenden im Betrieb und das bei gerade einmal neun Mitarbeitern insgesamt. „Und es wird bald wieder ein Neuer dazukommen.“ Für ihn ist es wichtig, neue Fachkräfte auszubilden, die am Arbeitsmarkt derzeit schwer zu finden sind. „Das ist wie die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen“, sagt er. Da ist es natürlich praktisch, wenn man passende Mitarbeiter direkt selbst ausbildet.

Und natürlich profitiert nicht nur Klaus Maseizik vom Angebot der partnerschaftlichen Ausbildung, sondern auch Benjamin Junge. „Ich bin wirklich froh, dass ich hier meine Ausbildung beenden kann und die Arbeit hier macht mir richtig viel Spaß“, sagt der 19-Jährige, der in seiner Ausbildung wirklich gut zurecht kommt. Und im Betrieb von Klaus Maseizik besteht durchaus die Chance auf eine berufliche Zukunft. „Wenn er sich weiter so gut anstellt, wie bisher, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, ihn hierzubehalten“, sagt Klaus Maseizik. Dann wäre mit Hilfe der Start NRW und der partnerschaftlichen Ausbildung nicht nur eine Ausbildungsstelle geschaffen, sondern auch der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere gelegt worden.