Familienfreundliches Konzept aus Wesel Diese Vorteile hat eine Ausbildung in Teilzeit

Serie | Kreis Wesel · Die Stadt Wesel bietet bereits seit zwölf Jahren eine Möglichkeit für Auszubildende an, um Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen zu können. Das Konzept hat großen Erfolg – wie auch das Beispiel von Lynn Schopmans zeigt.

 Kind und Karriere unter einen Hut bringen - eine Ausbildung in Teilzeit macht das möglich (Symbolbild)

Kind und Karriere unter einen Hut bringen - eine Ausbildung in Teilzeit macht das möglich (Symbolbild)

Foto: dpa-tmn/Silvia Marks

Eigentlich hatte sich Lynn Schopmans ganz und gar auf eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin eingestellt. Diesen Job hatte die gebürtige Xantenerin in Düsseldorf angetreten. Doch dann kam alles anders: Die junge Frau wurde schwanger und mit dem Kind rückte plötzlich ein ganz neuer Aspekt in den Fokus ihres Lebens. Zwar hätte sie auch bei ihrem damaligen Arbeitgeber eine Teilzeitausbildung absolvieren können. Doch die hätte fünf Jahre gedauert und war deshalb keine wirkliche Option für die heute 20-Jährige.

Also ging Lynn Schopmans einen anderen Weg, erkundigte sich im Internet nach Möglichkeiten, eine Teilzeitausbildung zu machen. Und stieß auf die Variante der Stadt Wesel, dort als Verwaltungsfachangestellte eine Ausbildung in Teilzeit anzutreten. „Meine vorherige Ausbildung gefiel mir zwar ganz gut. Was ich dabei allerdings vermisste habe, war die klassische Bürotätigkeit“, sagt Schopmans, die zudem das „familienfreundliche Angebot“ der Stadt sehr anzog.

Als sehr hilfreich für sie erwies sich auch das TEP-Programm des Kreises Wesel, das Menschen mit Familienverantwortung, vor allem junge Mütter oder Väter, bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz in Teilzeit unterstützt und ihnen Hilfestellungen gibt, wie sie Familie und Ausbildung unter einen Hut bringen können. „Ich kann dieses Programm wirklich nur empfehlen“, hält Lynn Schopmans als positives Fazit fest.

Nach abgelegtem Bewerbungstest wurde Lynn Schopmans von der Stadt Wesel zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Auch davon berichtet sie nur Positives. Sie sagt: „Man hat mir meine anfängliche Nervosität sofort genommen. Ich habe mich bei dem Gespräch sehr wohlgefühlt.“ Regina Lenneps, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wesel, stellt klar, dass dies genau die Intention der ist. „Wir bemühen uns, den Bewerbern und Bewerberinnen die Ängste zu nehmen und versuchen die jungen Leute dort abzuholen, wo sie stehen“, so Regina Lenneps.

Die Stadt Wesel bildet schon seit dem Jahr 2010 junge Menschen in Teilzeit aus. Und sie hat mit diesem Modell gute Erfahrungen gemacht. „Bisher verlief diese Variante einer Ausbildung sehr erfolgreich. Wir schaffen damit eine gute Perspektive und die Chancen der Übernahme nach der Ausbildung stehen sehr gut, sofern die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wird“, sagt Lenneps. Davon ist Lynn Schopmans zwar noch ein gutes Stück entfernt. Aber ihre ersten Eindrücke, nachdem sie am 1. August ihre Ausbildung angetreten hat, sind gut. „Ich habe das Gefühl, dass ich es mit einem überdurchschnittlich einfühlsamen Arbeitgeber zu tun habe. Das war für mich schon ein wenig überraschend, aber auch sehr schön“, sagt die junge Mutter.

Viermal in der Woche ist Lynn Schopmans jeweils sechs Stunden an ihrem neuen Arbeitsplatz. Dazu kommt ein Tag in der Berufsschule. In der Regel, das berichtet Regina Lenneps, sind es deutlich mehr Frauen, die von dem Angebot einer Berufsausbildung in Teilzeit Gebrauch machen. So oder so: Wesel, das neben dem Teilzeitangebot derzeit zehn junge Menschen in verschiedenen Berufen ausbildet, möchte als starker Partner fungieren, wenn Familie und Job miteinander vereinbart werden sollen.

Azubi-Tipp

 Nicola Krohn macht eine Ausbildung bei Byk-Chemie.

Nicola Krohn macht eine Ausbildung bei Byk-Chemie.

Foto: Byk-Chemie

Nicola Krohn aus Wesel, 19 Jahre, Auszubildende Industriekauffrau: „Du hast einen Ausbildungsberuf gefunden, der Deine Interessen anspricht und in dem Du Dir vorstellen kannst, zu arbeiten? Dann hebe Dich mit Deiner Bewerbung positiv von Deinen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern ab. Ein Bestandteil einer Bewerbung ist das Bewerbungsfoto. Dieses ist zwar keine Pflicht, aber aus meiner Erfahrung kann man damit einen guten Eindruck hinterlassen. Wenn Du Dich für ein Bewerbungsfoto entscheidest, achte auf eine natürliche und offene Ausstrahlung. Lächle und wähle ordentliche, zum gewünschten Ausbildungsberuf passende Kleidung. Idealerweise gehst Du für das Foto zu einem Profi. In Deiner Bewerbung platzierst Du das Foto entweder rechts oben in Deinem Lebenslauf oder auf einem Deckblatt. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deiner Bewerbung!‘‘

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort