Kreis Wesel: 172 Einrichtungen kontrolliert die Heimaufsicht regelmäßig

Kreis Wesel kontrolliert 172 Einrichtungen regelmäßig : Pflegeheime unter der Lupe

172 Einrichtungen kontrolliert die Heimaufsicht des Kreises Wesel regelmäßig.

48 Altenpflegeheime im Kreis Wesel, zehn Tagespflegen, zehn Wohngemeinschaften und 49 Einrichtungen für Menschen mit Behinderung haben in den vergangenen zwei Jahren unangekündigten Besuch der Heimaufsicht erhalten. Es sind Regelprüfungen, ein Routinecheck, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Am Montag hat die Heimaufsicht ihren Tätigkeitsbericht für 2017 und 2018 vorgelegt. Auch mit dem Ziel, ihre Arbeit transparenter zu machen. „Wir stehen häufig negativ im Fokus der Öffentlichkeit“, sagt Harald Fuhr, einer der fünf Mitarbeiter. Er und seine Kollegen sind für 7500 Menschen zuständig und sehen es als ihre Kernaufgabe an, „die Würde, Rechte, Bedürfnisse und Interessen der Menschen die in den Einrichtungen leben, zu wahren und vor Beeinträchtigungen zu schützen“.

Die Mitarbeiter sehen sich auch als Ansprechpartner für Angehörige – die beispielsweise Mängel in Pflegeheimen benennen und das auch anonym tun können. Aber auch für das Personal, dessen Arbeitsbedingungen in Ordnung sein müssen. „Die Gespräche sind grundsätzlich vertraulich“, sagt Kreisdirektor Ralf Berensmeier. In den Kreis Weseler Altenheimen arbeiten rund 4800 Beschäftigte. Um herauszufinden, ob die Hygiene in Ordnung ist, ob der Umgang mit Arzneimitteln fachgerecht ist, alle pflegerischen Aufgaben erfüllt werden und mögliche Fixierungen – darunter falle auch das Gitter am Bett – ordnungsgemäß richterlich angeordnet sind, prüfen die Mitarbeiter. Heime und Tagespflegen werden jährlich besucht. Fallen keine erheblichen Mängel auf, dann im Zweijahrestakt, bei Tagespflegen alle drei Jahre.

Melden Angehörige oder Pflegende Missstände, schaut die Heimaufsicht auch außer der Reihe genau hin, Anlassprüfung nennt sich das. Meist handele es sich um geringfügige Mängel, die gefunden werden. Sie ließen sich durch eine Beratung oder eine Vermittlung aus dem Weg schaffen. Oder um ein schlechtes Beschwerdemanagement, die Angehörigen fühlen sich mitunter nicht ernst genommen. „Die Betreiber reagieren in der Regel sofort“, sagt Fachdienstleiter Ulrich Petroff. „Es gibt im Kreis Wesel kein Heim, das man nicht empfehlen könnte.“ 32 solcher Beratungen hat es in den vergangenen zwei Jahren gegeben, sieben Mal erließ die Heimaufsicht eine schriftliche Anordnung. Und einmal erstellte sie Strafanzeige, das Verfahren läuft noch.

Pflegeheime müssen Standards einhalten. Foto: Christoph Schmidt

 „Trotz der festgestellten Mängel wissen wir die älteren Menschen in den Einrichtungen auf Kreisgebiet insgesamt gut versorgt, betreut und gepflegt“, versichert Berensmeier. 172 Einrichtungen im Kreisgebiet unterliegen der Heimaufsicht. Nicht überall ist der Besuch der Mitarbeiter willkommen. So sorgt eine neue Form des Lebens im Alter, Seniorenwohngemeinschaften, für juristische Auseinandersetzungen. Selbstverantwortete WGs fallen nicht unter die Aufsicht – solche, die ein Anbieter verantwortet, aber schon. Weil die Sicht der Dinge häufig auseinander geht, sind mehrere Verfahren beim Verwaltungsgericht anhängig. Man sammele noch Erfahrungen mit dieser relativ neuen Wohnform, erläuterte Berensmeier.

(sz)
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