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Hamminkeln: Krad-Krach mündet in Appell für Ortsumgehung

Hamminkeln : Krad-Krach mündet in Appell für Ortsumgehung

Mit einem Appell an die Politik meldete sich gestern die Bürgerinitiative Ortsumgehung Brünen (BOB). Denn das schöne Wochenende ist den Mitgliedern sauer aufgestoßen. Während die sonnig-frühlingshaften Tage in den Garten und auf die Terrasse vielerorts zu Beschäftigung und Muße lockten, ärgerten sich die Anwohner der Weseler Straße, an Stricksbrink, Bransberg und Hamminkelner Straße sowie im Brüner Ortskern gewaltig. "Die Anwohner dort bekamen mal wieder gehörig was auf die Ohren", schilderte Frank Galikowski vom BOB-Team gestern in einer Mitteilung. Thunderbike in Hamminkeln habe seine Kick-off-Party gefeiert, zu der sehr viele Motorradfahrer gekommen seien. "Einige schnell, einige den Geschwindigkeitsbegrenzungen angepasst, aber immer zu laut", sagte Galikowski. Häufig seien die Biker in Gruppen gefahren und hätten dadurch die Lautstärke ins Unerträgliche gesteigert. "Und das den ganzen schönen Samstag durch."

Um genaue Daten zu ermitteln, sei laut BOB leider an diesem Tag kein Mess- und Zählgerät installiert gewesen. Galikowski: "Wir haben zumindest kein Gerät gesehen. Wir fragen nach warum. Erfahrungsgemäß fuhren zirka tausend Motorräder durch das Dorf Brünen. An einem Tag wohlgemerkt!" Aufgefallen sei, dass erstaunlich wenige Motorradfahrer abends auf ihrem Heimweg nicht durch Brünen fuhren. Da seien die kurvenreichen Strecken wohl zu unsicher gewesen und die Biker hätten die Autobahn genutzt, mutmaßen die Brüner.

"Wir fordern nach wie vor ein Durchfahrtsverbot für Motorräder durch Brünen an den Wochenenden und Feiertagen. Dann können die Biker ja ebenfalls sicher und schnell über die Autobahn und B 473 zu ihrem Mekka fahren, ohne gesundheitliche Schäden bei den Brüner Bürgern zu verursachen", sagte Galikowski. Eine politische oder juristische Schließung dieser Motorradschmiede zu veranlassen, wolle man den Bikern im Moment nicht zumuten. Auch wenn es geheißen habe, dass Roadhouse auf Sand gebaut habe.

Da dieses Wochenende erst der Beginn der Motorradsaison war, fürchten die Brüner Schlimmeres. Am 16. Juni feiere die Bikergemeinde das Jokerfest, die Brüner könnten sich darauf freuen - oder verreisen. Rasenmäher dürften laut EU-Vorschriften nur noch flüstern und seien sonntags ganz tabu. Die polizeiliche Geschwindigkeitsüberwachung werde für einige Raser finanzielle Folgen haben oder die Fahrerlaubnis wird mal für einige Wochen ausgesetzt, aber der Krach sei und bleibe allein das Problem der Menschen, deren Gehör nicht abgeschaltet werden könne.

Mit ihrem Schreiben wandte sich die BOB ebenfalls an den Hamminkelner Bürgermeister und die Ratsmitglieder. Sie sollen sich für ein Durchfahrtsverbot für Biker in Brünen an Wochenenden und Feiertagen einsetzen.

(RP)