Hamminkeln: Kontaktpflege im Grenzbereich

Hamminkeln: Kontaktpflege im Grenzbereich

Zweiter Schüleraustausch zwischen der Heinrich-Meyers-Realschule und dem Christelijk College Schaersvoorde in Aalten. Große Unterschiede trotz geringer räumlicher Entfernung. In einer Woche kamen sich beide Seiten näher.

Zum zweiten Mal fand ein Schüleraustausch zwischen der Heinrich-Meyers-Realschule und dem Christelijk College Schaersvoorde in Aalten statt. Das Thema lautete: „Weit weg und doch ganz nah“. Die räumliche Entfernung zwischen Aalten und Hamminkeln beträgt schließlich nur rund 25 Kilometer. Aber wie groß ist die gefühlte Entfernung? Denn es liegt ja eine Landesgrenze dazwischen.

Um hierauf eine Antwort zu finden, wurde der ganz normale Lebensalltag unter die Lupe genommen: Was isst man in Deutschland und in den Niederlanden, welche Kleidung wird getragen, welche Musik wird gehört, wie sehen die Häuser aus, was macht man in der Freizeit? Seit November standen die Schüler unter Federführung der Niederländisch-Lehrerinnen Ulrike Müller und Susanne Urban in Hamminkeln und Deutschlehrerin Elske Baron und einiger Fachkollegen in Aalten bereits in Briefkontakt. Dabei hatte jeder deutsche Schüler drei niederländische Briefpartner. Neuerdings müssen nämlich alle niederländischen Schüler ein Jahr Deutsch lernen.

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Live und in Farbe

Zu Beginn voriger Woche wurden auf deutscher und niederländischer Seite jeweils an der eigenen Schule Vorbereitungen getroffen. Dienstag traf man sich dann „live und in Farbe“. Rund 80 Aaltener Schüler im Alter von 14 Jahren – alle lernen seit September Deutsch – trafen in der Realschule auf 28 Hamminkelner Achtklässler, die ihrerseits seit zwei Jahren Niederländischunterricht haben. Vormittags wurde in Gruppen gearbeitet, die Schule in Augenschein genommen und ein Rundgang durch Hamminkeln gemacht. Nach Schulschluss fuhr ein Großteil der Aaltener mit ihrem deutschen Gastgeber nach Hause – mit dem Schulbus, was für Niederländer eine neue Erfahrung ist. So etwas gibt es im Nachbarland nicht. Die Gäste schnupperten deutschen Alltag. Ein Teil blieb auch in Hamminkeln. Der nächste Tag fand in Aalten statt mit Schule und Besuch in Familien. Man fuhr „typisch holländisch“ auf dem Fietsgepäckträger mit. Donnerstag stand ganz im Zeichen gemeinsamen Vergnügens im Walibi Flevoland Park. In der Abschlussrunde wurde deutlich, dass die Sprache eine Hürde darstellt, aber dass man sich nach drei gemeinsamen Tagen besser versteht, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

(RP)
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