Wesel: Konrad-Duden-Gymnasium: Suppenverkauf für guten Zweck

Wesel: Konrad-Duden-Gymnasium: Suppenverkauf für guten Zweck

Dass Jungen und Mädchen Schlange stehen, um eine Tasse Suppe zu kaufen, ist ein seltenes Bild. Am Konrad-Duden-Gymnasium konnten Lehrer und Schüler seit Jahresbeginn zweimal die Woche diese Szene beobachten. Sabine Schwarz-Schellewald, gelernte Hotelbetriebswirtin, ist Patin des Kochsalons, so nennt die Schule die Küche, in der die jungen Leute in Arbeitsgemeinschaften auch selbst Speisen zubereiten. In Österreich entdeckte sie dann die Aktion "Suppe mit Sinn" der Wiener Tafeln. Im Winter bieten Wirte dort extra eine Suppe an, deren Erlös zum Teil an die Tafeln gespendet wird. Schwarz-Schellewald gefiel die Idee.

In den Arbeitsgemeinschaften kochten die interessierten Gymnasiasten zusammen mit der AG-Leiterin also die ersten Suppen, um sie nun in den großen Pausen gegen kleines Geld an die Mädchen und Jungen mit wenig Zeit abzugeben. "Denn", erklärt die AG-Chefköchin, "die Schüler müssen ja wieder in den Unterricht, da muss die Suppe schnell gegessen werden können." Als die Pause beginnt, bildet sich schnell eine Traube um die beiden Servierwagen. Sie warten darauf, ihre Tasse heiße Suppe zu bekommen. Beliebt ist Gemüsebrühe mit Einlage, Erbsen, Nudeln, Flädle (süddeutsch für Pfannkuchenstreifen). Auch die Tomatensuppe ist schnell geleert.

Zahra Rajawi hilft beim Ausschenken. Die 16-Jährige geht in die neunte Klasse des KDG und besucht auch die Koch-AG. "Die Suppen sind immer schnell weg", sagt sie. Eine kleine Tasse kostet 80 Cent, für eine große zahlen die Kinder einen Euro. Der Erlös ist für einen guten Zweck: 50 Cent pro Tasse - egal, ob kleine oder große Portion - werden als Spende an die Weseler Tafel überwiesen. Bislang lief der erste Versuch der Aktion. Jetzt will Schwarz-Schellewald ein Resümee ziehen und schauen, wie sie das finanzieren kann, sollten die Ausgaben aus dem Rest der Einnahmen nicht gedeckt werden. Seit Jahresbeginn sind 700 Tassen Suppe an die Schüler verkauft worden, für die Tafel kam dadurch eine Spende von 350 Euro zusammen. "Ich weiß, das ist nicht viel", meint die Organisatorin. Als die Kinder von der Unterbrechung des Projekts erfahren, sind sie ein wenig enttäuscht. Spätestens im November soll es aber wieder Suppe in der Pause geben.

(pac)
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