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Kommentar zur Absage des "Weihnachtsmarkt im Park" in Wesel

Kommentar : Gesprächsfaden wieder aufnehmen

Neue Gespräche müssen her, um den Weihnachtsmarkt im Park zu retten. Erstaunlich ist, dass das Thema erst zu einem so späten Zeitpunkt hochkocht. In Zeiten der Corona-Pandemie sind Außenveranstaltungen noch wichtiger als sonst.

Beim Thema Baumschutz ist der ASG in einer schwierigen Rolle: Schützt er die Bäume zu wenig, begehren die Weseler auf. Das ist am Beispiel Lippestadion ersichtlich. Dort waren Bäume gefällt worden, weil sie nicht mehr bruchsicher waren. Danach hagelte es Beschwerden von Anwohnern. An der Niederrheinhalle wiederum hat der ASG nun anders reagiert und dem Baumschutz oberste Priorität beigemessen. In letzter Konsequenz bedeutete dies die Absage des Weihnachtsmarktes. Auch hier hagelt es nun Kritik – bis zum Bürgermeisterkandidaten der CDU, der neue Gespräche fordert.

Veranstaltungen wie der Weihnachtsmarkt im Park mit einem stimmungsvollen Ambiente müssen gefördert werden. Sie sind dem Image dieser Stadt dienlich. Wer den Markt besucht hat, geht beseelt nach Hause. Soll dieses Highlight  nicht mehr stattfinden können? Kurios ist das auch deshalb, weil wegen der Corona-Pandemie ja gerade die Veranstaltungen im Freien als jene gelten, die noch am wenigsten risikobehaftet sind. Viele Weihnachtsmärkte drinnen werden womöglich abgesagt werden müssen. Draußen wird auch im Winter ein sichererer Ort sein.

Den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen, scheint ein guter Plan zu sein. Der ASG wird plausibel erklären können, auf welcher Basis er entschieden hat. Denn auch dies stimmt: Im vergangenen Jahr galten Bäume in Zeiten von Fridays for Future noch als unbedingt schützenswert. Jede Partei war plötzlich Ökopionier. Der Königsweg wäre nun, wenn sich Baumschutz und Weihnachtsmarkt verbinden ließen. Einen neuen Anlauf ist das wert. Frohes Fest!

Sebastian

Peters

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