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Hamminkeln: Klimaschutzsiedlung: Geduld schwindet

Hamminkeln : Klimaschutzsiedlung: Geduld schwindet

Der Ortstermin der USD mit Bürgermeister Holger Schlierf wurde zur interfraktionellen Runde unter freiem Himmel. Bürger blieben in der Minderheit. Bis Jahresende sollen Investoren und Grundstückseigentümer sich verständigen.

Eins hat die USD mit ihrem Ortstermin gestern Abend auf dem alten Sportplatz an der Brüner Straße schon erreicht: Die rote Brache wirkt aufgeräumt, auch wenn Nachbar Peter Mellin beklagt, dass die Laufbahn nicht mehr begehbar ist. Ansonsten weiß keiner so genau, wie's hier in zentraler Dorflage gestalterisch weitergehen soll. Doch es hat den Anschein, dass sich die Politik auf dem einstigen sportlichen Kampffeld aufeinander zubewegt. Beim interfraktionellen Treffen unter freiem Himmel – Bürger waren in der Minderheit – herrschte in einem Punkt Einigkeit. Bis Jahresende will man den Investoren und Grundstückseigentümern Zeit geben, sich auf ein Projekt zu verständigen, das dem Klimaschutz dient und auch das Umfeld des städtischen Sportplatzgeländes mit in den Blick nimmt. Sollte Anfang des Jahres keine realistische Idee auf dem Tisch legen, will die Politik neu überlegen.

Bürgermeister Holger Schlierf machte deutlich, dass erste Überlegungen, aus dem nicht mehr benötigten Sportplatz Bauland zu machen, bereits sieben Jahre zurückliegen. Seither hat's gedanklich immer mal wieder neue Anstöße gegeben. Passiert ist nichts. Aktueller Stand: Der Rat will in lukrativer Lage eine förderfähige Klimaschutzsiedlung. Dazu aber braucht es den großen Wurf über die Begrenzungslinien des Sportgeländes hinaus und eben einen potenten Investor (vermutlich ein Geldinstitut), der das Vorhaben stemmt. Die Verhandlungen stocken. Schlierf betonte, dass kein finanzieller Verlust entstanden sei. Aber Gewinn mache die Stadt erst, wenn aus dem Fußballplatz offiziell Bauland werde. Allein das planerisch auf die Kette zu kriegen, dauere bis zu eineinhalb Jahre. Doch zeitlichen Druck gebe es eigentlich nicht.

Trotzdem: "Wir haben Zeit verloren", so Schlierf. Er warnte zugleich vor "Schnellschüssen nur des Geldes wegen" für "eine der letzten Flächen, die wir mittelfristig noch bebauen dürfen". Konsens zeichnet sich ab, dass – sollte der große Wurf nicht gelingen – der Rat sich von der Klimasiedlung verabschiedet und sich ganz auf die reine Sportfläche reduziert. Und: Qualität soll an der "exorbitant reizvollen" Stelle im Dorf Richtschnur sein. Der Aschenplatz dürfe nicht zur Ramschfläche verkommen. Ein "Vollsortimenter" und ein Drogeriemarkt könnten hier Platz finden, hieß es. "Schrott-architektur" wie bei "Penny in Mehrhoog" soll's hier nicht geben. Eine Einzelmeinung: Ein Park sei doch eine schöne Alternative zur Bebauung. USD-Sprecher Helmut Wisniewski ist froh. Es sei gelungen, den Willen nach der "besten Lösung" in die Offensive zu spielen.

(RP)