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Wesel: Kirchen-Fusion: Notlösung für Notsituation

Wesel : Kirchen-Fusion: Notlösung für Notsituation

Im Pfarrheim von St. Martini in der Weseler Innenstadt wird es Dienstagabend spannend: Die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände von St. Johannes (Feldmark, Flüren, Bislich, Bergerfurth), St. Antonius (Obrighoven, Schepersfeld, Fusternberg) und der beiden Innenstadtgemeinden St. Martini und Mariä Himmelfahrt werden den neuen Kreisdechanten kennenlernen. Dechant Klaus Honermann (Schermbeck) wird im Auftrag des Bistums Münster den Vorstellungsabend moderieren und den neuen Pfarrer vorstellen.

Auf den Nachfolger von Karl-Heinz Mengedodt (Ende August aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt entpflichtet) wartet eine Menge Arbeit. Wie die RP exklusiv berichtet hat, werden 2011 alle Katholischen Kirchengemeinden im rechtsrheinischen Teil Wesels (23 000 Gläubige) zu einer Seelsorgeeinheit zusammengefasst, deren "Geschäftsführer" der neue Kreisdechant und Innenstadt-Pfarrer wird. Mittelfristig ist eine (rechtlich relevante) Fusion geplant.

"Es ist eine Notlösung in einer Notsituation", sagt Klaus Honermann. Der Katholischen Kirche fehle der Nachwuchs, die Zahl der Menschen, die sich aktiv mit der Kirche identifizieren, sinke. "Man muss Zukunft gestalten. Aus diesem Grund versucht das Bistum, langfristig zu steuern", betont Dechant Honermann.

Befürchtungen, dass durch die neue Seelsorgeeinheit Stellen in den Gemeinden gestrichen werden, muss nach Überzeugung Honermanns niemand haben. Denn: "Die Seelsorge ist gesichert: Der Personalschlüssel sieht drei deutsche Pfarrer und zwei Seelsorger aus der Weltkirche sowie drei Pastoralreferenten vor." Während Pfarrer Robert Mertens den Menschen in St. Antonius erhalten bleibt, wird Pfarrer Herbert Werth nach sechs Jahren die St. Johannes-Gemeinde verlassen. Gerne wäre er in Wesel geblieben. Auch das Amt des Kreisdechanten hätte ihn gereizt. Doch Werths Signale wurden vom Bistum nicht wahrgenommen. Denkbar, dass Münster die Strategie eines Neuanfangs mit einem ganz neuen Mann an der Spitze verfolgt.

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Neue Aufgabe für Pfarrer Werth

Pfarrer Werth ("Schön, dass ich wenigstens noch Weihnachten mit meiner Gemeinde feiern kann") ist vom Bischof für eine andere Leitungsposition vorgesehen. "Es gibt nicht viele Pfarrer die willens und in der Lage sind, eine größere Einheit zu leiten", weiß Honermann.

Dass die neue Seelsorgeeinheit und die Fusionspläne viele Gläubige beunruhigen, kann der Dechant nachvollziehen. Doch aus seiner Sicht gibt es durchaus positive Aspekte der Umstrukturierung. "Die Vernetzung der Seelsorge ist ein struktureller Gang nach vorne. Wenn der Prozess gelingt, rücken alle Gemeinden näher zusammen."

(RP)