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Kinder in Bislich auf den Spuren der Nahrung

Bislicher Schulprojekt : Kinder auf den Spuren der Nahrung

Eine außergewöhnliche Projektwoche haben die Kinder der Grundschule Bislich erlebt. „Woher kommt unser Essen?“ war die Leitfrage. Die Landfrauen des Dorfes hatten das Programm vorbereitet und dann hervorragend umgesetzt.

Als Marita Laakmann die vergangenen Tage Revue passieren ließ, da eilte eine Schülerin der vierten Klasse zu ihr und überreichte der Vorsitzenden der Bislicher Landfrauen ein selbst gemaltes Bild. Darauf zu sehen: eine nahezu perfekt gezeichnete Kuh auf einer Wiese. Ohne Frage ein Zeichen der Dankbarkeit, aber auch ein Indiz dafür, wie viel das etwa 25-köpfige Team um Marita Laakmann mit der tollen Projektwoche an der Grundschule in Bislich richtig gemacht hatte. Lehrer, Eltern und natürlich die Kinder – alle waren restlos begeistert. „Auch für uns war das eine erlebnisreiche Woche. Jeder Tag war etwas Besonderes und die Kinder haben enorm gut mitgemacht“, sagte Laakmann.

Die Idee zu der außergewöhnlichen Projektwoche, die unter dem Motto „Woher kommt unser Essen?“ stand, kam den Landfrauen, nachdem sie beim Tag der offenen Tür der Firma Holemans den Kaffee- und Kuchenverkauf übernommen hatten. Das erwirtschaftete Geld, das vom Kiesunternehmen sowie dem Team des Kinderkleider-Marktes in Bislich noch aufgestockt wurde, sollte für einen sozialen Zweck im Deichdorf verwendet werden. An der Grundschule liefen die Landfrauen mit ihrem Vorschlag offene Türen ein. Und begannen dann damit, das Projekt mit viel Liebe zum Detail zu planen.

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„Wir wollten den Kindern vermitteln, welche Produkte die landwirtschaftlichen Betriebe in der Region produzieren, aber auch ihre Sinne für die schmackhaften und guten Lebensmittel schärfen“, so Laakmann. Das gelang hervorragend. Schon der erste Tag, als die Schüler den Milchviehbetrieb der Familie Meyboom besuchten, traf voll ins Schwarze. Melkroboter, Melken an der Holzkuh oder ein mit Strohballen umrandeter Pool – da schlugen Kinderherzen höher. Dazu gab es Infos  zur Fütterung der Tiere oder zu den unterschiedlichen Getreidesorten.

Tag zwei stand im Zeichen von Fischen und Äpfeln. Am Rosensee besuchten die Kinder den Hobby-Fischer Gerd Steinling, der ihnen einiges über die hiesige Fischwelt erzählte und zeigte. Unterstützt wurde er dabei von Marion Meitzner von der Stiftung Wasserlauf aus Siegburg, die einen kleinen Workshop rund um das Aussehen eines Fisches abhielt. Sie merkte recht schnell, dass sich unter den Schülern auch der eine oder andere kleine Hobby-Angler befand.

Nur wenige Kilometer weiter wartete beim Obstbaubetrieb der Familie Clostermann die nächste Station. Nach einigen Infos über den Apfel ging es mit dem Trecker rein in die Plantage, in der die Früchte an den Bäumen in Größe und Farbe erst noch auf dem Weg dahin sind, im Herbst geerntet zu werden. Richtig schmackhaft wurde es zum Abschluss, als die Schüler Apfelsaft herstellen durften. Alles handgemacht, mit simplen Hilfsmitteln und einfach nur köstlich.

Erdbeeren selbst auf dem Feld pflücken? Dem Fleischer bei der Herstellung einer Bratwurst über die Schulter schauen? Auch das wollte die Projektwoche dem Bislicher Nachwuchs ermöglichen. Und deshalb waren am nächsten Tag der Obst- und Spargelhof Heinen in Obrighoven, inklusive Besichtigung eines Hühnermobils, sowie die Landschlachterei Krechter in Schermbeck die nächsten Stationen. Dort ebenfalls auf der Tagesordnung: die rollende Waldschule, die über Tiere im Wald informierte.

Beispiele, was und vor allem wie sich die zuvor gesehenen Produkte verarbeiten lassen, setzten die Schüler dann am vierten Tag um. Das Erzeugen von Erdbeermarmelade und Apfelmus stand auf dem Programm. Außerdem ging’s zum Bislicher Imker Franz-Wilhelm Peters, dort erfuhren die Schüler eine Menge über die Honigbiene. Zurück in der Schule, gab es  noch mehr Infos für die Kinder - diesmal über die Zuckerrübe und die Herstellung von Zucker. Für dieses Thema hatten die Landfrauen den Bislicher Bernd Bruckwilder, Anbauberater bei der Firma Pfeifer und Langen, gewonnen.

Am Abschlusstag mussten die Kinder nur einen kurzen Fußweg zurücklegen. Im Deichdorfmuseum direkt um die Ecke war das historische Backhaus ihr Ziel. Dort durften sie den Mitgliedern der Backgruppe bei ihrer Tätigkeit über die Schulter schauen. Ein Wissensquiz in der Schule sowie ein kleines Grillfest mit Schülern, Lehrern und Helfern rundeten die überaus gelungene Projektwoche ab. „Es war toll, und es hat sich wirklich gelohnt“, so Marita Laakmann, die, ebenso wie ihre Mitstreiterinnen, für ihr Engagement mit Blumen von den Kindern belohnt wurde. Zurecht.