Wesel: "Kinder – ein tolles Publikum"

Wesel: "Kinder – ein tolles Publikum"

Interview mit Volker Pispers. Der bekannte Kabarettist war gestern wieder als Lesebotschafter zu Gast in der Drevenacker Otto-Pankok-Grundschule und las aus dem bekannten Märchen "Kenny und der Drache".

Hünxe Wie schon im vergangenen Jahr hatte der Vorlesetag der Stiftung Lesen und der Wochenzeitung "Die Zeit" in der Drevenacker Otto-Pankok-Grundschule einen prominenten Lesebotschafter: Der aus Mönchengladbach stammende Kabarettist Volker Pispers (52) begeisterte in der Aula gleichermaßen 120 Kinder und 70 Eltern mit dem modernen Märchen "Kenny und der Drache". Zu den Vorlesern gehörte neben Pispers und einigen Eltern auch RP-Redakteur Klaus Nikolei, der vor Beginn der Veranstaltung mit Volker Pispers sprach.

Es ist bekannt, dass Sie grundsätzlich keine Interviews geben. Ich klammere die Themen Politik und Kabarett einfach aus und möchte mit Ihnen sehr gerne über Kinder und das Thema Lesen sprechen.

Pispers Gut, einverstanden.

Sie haben persönliche Kontakte nach Drevenack?

Pispers Ja, zur Lehrerin Frau Klaus. Wir kennen uns aus alten Jugendchorzeiten in Mönchengladbach-Rheydt. Und als sie mich im letzten Jahr angerufen und gefragt hat, ob ich beim Vorlesetag mitmachen würde, habe ich spontan zugesagt.

Ihnen scheint es gefallen zu haben, sonst wären Sie nicht wieder hier.

Pispers Ich mache so etwas gerne. Ich mag Kinder, habe früher Kindertheater gespielt. Kinder sind ein tolles Publikum.

Was haben Sie als Kind gerne gelesen?

Pispers Ich kann mich daran erinnern, dass ich schon immer Geschichten geliebt habe mit Wortspielen und Satire. Till Eulenspiegel und die Abenteuer des Barons von Münchhausen fand ich viele Jahre ganz toll. Und auch die deutschen Ritter- und Heldensagen habe ich verschlungen. Ach ja, und dann habe ich natürlich auch Karl May, Fünf Freunde und Hanni und Nanni gelesen.

Hanni und Nanni auch? Weil Ihre Schwester die Bücher gelesen hat?

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Pispers Ja.

Haben Ihre Eltern Sie zum Lesen gebracht?

Pispers Meine Eltern haben mir als Kind natürlich vorgelesen: Struwwelpeter und Märchen. Und dann hat mich mein Vater mit in die Stadtbücherei nach Rheydt genommen und mir erklärt, wie das mit der Ausleihe in der Kinder- und Jugendabteilung funktioniert. Ich habe damals stapelweise Bücher ausgeliehen.

Lesen Sie heute auch noch so viel?

Pispers Aus Zeitgründen weniger Bücher, eher Zeitung. Aber im Urlaub, wenn ich Zeit habe, lese ich sehr gerne – vor allem Romane.

Ihr letzter Roman?

Pispers Ich weiß, dass er toll war. Aber der Titel fällt mir gerade nicht ein.

Kommen Sie nächstes Jahr wieder nach Drevenack, wenn Ihre alte Chorfreundin Sie bittet?

Pispers Wenn es zeitlich passt, komme ich gerne wieder – bei dem tollen Publikum.

(RP)