Kies: Landrat Müller wirbt bei Armin Laschet für Forschungszentrum

Alternativen zu Rohstoff Kies : Kies: Kreishauschef wirbt beim Land für Forschungszentrum

Das Thema Kiesabbau bewegt den Niederrhein seit Jahren. Der Landrat Ansgar Müller hat nun an den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) geschrieben. Seine Wünsche: ein Forschungszentrum zu Rohstoffalternativen.

Landrat Ansgar Müller (SPD) hat in einem Schreiben an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dafür geworben, dass der NRW-Regierungschef seinen Teil dazu beitragen solle, den Kieskonflikt am Niederrhein zu befrieden. Laschet solle ein Forschungszentrum vorantreiben, in dem nach alternativen Baustoffen zu Kies und Sand gesucht werden könnte. Ferner solle Laschet eine Alternative Abgrabungskonferenz im Kreis Wesel mit vorantreiben.

Das Thema Kiesabbau bewegt den Niederrhein seit Jahren. Wegen des Streits um den Regionalplanentwurf und umstrittene Flächenauswahl waren die Debatten zuletzt aber noch intensiver. Gegen den übergeordneten Landesentwicklungsplan reichte Landrat Müller gemeinsam mit mehreren Bürgermeistern sogar Klage ein. Aus Sicht des Kreises fehlt das Zahlenwerk, warum in einer solchen Menge Kiesabbau geplant.

Er wolle „nichts unversucht lassen, um den inhaltlichen Dialog in der Sache fortzuführen“, schreibt Müller an Laschet – und verweist in seinem Brief darauf, dass der Kreis Wesel zwar juristisch gegen den Landesentwicklungsplan vorgehe, dennoch weiter an außergerichtlichen Lösungen interessiert sei. „Ich hoffe darauf, dass Sie unsere Initiative zur Reduzierung des abgrabungsbedingten Landschaftsverbrauches durch die Stärkung von Recycling und alternativen Baustoffen unterstützen.“

Die Partei Die Linke machte den Brief öffentlich und verwies auch auf das Antwortschreiben von Laschet an Müller. Aus dem geht hervor, dass sich das Wirtschaftsministerium von Andreas Pinkwart (FDP) mit der Forderung befassen soll. Laschet hat das Schreiben weitergeleitet. Die Linke findet, dass dies zu wenig sei.

Die Kiesindustrie am Niederrhein sieht sich unterdessen durch eine neue auf Bundesebene verabredete Rohstoffstrategie gestärkt. In der vom Bundeskabinett in der vergangenen Woche verabschiedeten neuen Strategie heißt es, dass heimische Rohstoffe ein „unverzichtbarer Produktionsfaktor und damit bedeutend für Wirtschaft und Wohlstand“ seien.