Wesel: Kellerkind: Urteil offen

Wesel : Kellerkind: Urteil offen

Das Urteil im Kellerkindprozess ist noch nicht rechtskräftig. "Die Akte liegt bei uns", sagt Bernhard Kucheler, Sprecher des Duisburger Landgerichts. Das hatte Ende April ein Ehepaar zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil es einen damals siebenjährigen Jungen über Monate im Keller ihres Reihenhauses in Mehrhoog eingesperrt hatte.

Jugendamt und Polizei hatten den Jungen nackt aus seinem Kellerverlies befreit, während seine Eltern mit den kleinen Stiefgeschwistern auf Einkaufstour waren. Die Anwälte haben Revision gegen das Urteil eingelegt. Es ist ihnen Mitte Juni mit der schriftlichen Begründung zugestellt worden.

Seither läuft die vierwöchige Frist, in der die Anwälte Stellung nehmen können. Sie endet nun. Dann geht die Akte weiter zur Staatsanwaltschaft, die ihrerseits Stellung nimmt. Danach ist der Bundesgerichtshof (BGH) am Zug. Endweder weist der BGH nach Aktenlage die Revision als "offensichtlich unbegründet" zurück oder er lädt zur Erörterung, ehe er entscheidet, ob neu verhandelt werden muss. Der Junge lebt inzwischen bei seinem leiblichen Vater. Mutter (28) und Stiefvater (29) wohnen mit den gemeinsamen Kindern im Kreis Recklinghausen.

(RP/rl)