Wesel: KDG-Projektkursus fährt zu Weltkriegs-Schauplätzen

Wesel : KDG-Projektkursus fährt zu Weltkriegs-Schauplätzen

In Frankreich und Belgien besichtigten die Schüler einen Soldatenfriedhof, die Frontlinie und das EU-Parlament.

Neun Schüler der Jahrgangsstufe elf des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG) haben sich im Projektkursus Geschichte mit dem Ersten Weltkrieg auseinandergesetzt und sind zu Kriegsschauplätzen in Frankreich und nach Brüssel gefahren. Für uns hat Schüler Johannes Dieker die Eindrücke aufgeschrieben:

"Als Busfahrer Nico eintrifft, wird er mit Sonderwünschen überhäuft. Da wir in unserem Projektkurs einen Film drehen, wollen wir die Szene im Kasten haben, wie wir in den Bus einsteigen und nach Frankreich aufbrechen. Erste Station soll Arras (Nordfrankreich) werden. Dort verlief vor 100 Jahren die Frontlinie. Wir sind alle gespannt und freuen uns auf diese besondere Fahrt mit unseren Lehrern Micha Frommeyer, Nadine Spiegelhoff und Sabrina Ossig. In Frankreich angekommen, treffen wir den Parallel-Kurs mit französischen Schülern in unserem Alter, mit denen wir den Rest der Fahrt erleben sollen. Möglich wurde dieses Projekt durch Förderung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW), das unsere Fahrt im Rahmen der Aktion "100 Projekte für den Frieden" mit 4000 Euro unterstützt hat.

Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen, denn unser Terminkalender ist voll. Zuerst geht es zu dem in der Nähe gelegenen Soldatenfriedhof Neuville-Saint Vaast. Hier wird jeweils ein Schüler von uns mit drei Franzosen in eine Gruppe aufgeteilt. Nach ein paar kurzen Worten mit den neuen Gruppenmitgliedern, machen wir uns dann auch schon auf den Weg und besichtigten den Friedhof. Als wir durchs Tor gehen, wird es auf einmal ganz still. Schüler wie Lehrer sind von der Masse der Kreuze überwältigt. Gemeinsam gehen wir zur Frontlinie. Am selben Vormittag besichtigen wir den Krater von Zivy - ein gewaltiger Bombenkrater nahe der Frontlinie, den die Zeit nicht hat heilen können.

Der zweite Vormittag in Arras geht in die Tiefe. Im Krieg gruben neuseeländische Tunnelbauer unter Arras ein 90-Kilometer-Tunnelgeflecht zwischen den Steinbrüchen, um sich dort zu verstecken. Wir schauen uns an, was für ein Leben die französischen Soldaten geführt haben. Danach geht die Reise nach Brüssel, wo wir das EU-Parlament besuchen. Hier wird klar: Politik ist nicht langweilig. "Was man sonst nur im Fernsehen sieht, ist hier zum Greifen nahe. Das war sehr beeindruckend", findet Sebastian Ruth, Mitglied des Projektkurses. Letztes Ziel unserer Fahrt ist das Atomium. Von oben haben wir einen Rundblick über Brüssel. Dann geht es zurück nach Deutschland. Im Gepäck: wertvolle Erfahrungen."

(RP)
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