Kaya Yanar begeistert bei Auftritt in Niederrheinhalle Wesel

Comedian in Wesel : Ausrasten mit Kaya Yanar

Der hessische Comedian Kaya Yanar füllte mit seinem neuen Programm die Niederrheinhalle in Wesel. Das Publikum regte sich nicht auf, sondern war begeistert.

Von „Altersmilde“ kann bei Kaya Yanar keine Rede sein: Mit zunehmendem Alter neigt der 45-Jährige dazu, sich über alles mögliche aufzuregen. Und so heißt das aktuelle Programm des Comedian „Ausrasten!“. Am Freitagabend konnten sich die Weseler in der prall gefüllten Niederrheinhalle davon überzeugen, dass es durchaus Spaß machen kann, sich mal so richtig zu ärgern. Der erste Ausraster kam aus dem Off. Die aus dem Fernsehen bekannten Yanarschen Bühnenfiguren Hakan, Ranjid und Francesco lieferten sich einen Kampf mit der Bühnentechnik.

Und dann begann das eigentliche Programm: Ob das auf russisch eingestellte Navi im Mietwagen, die Eltern, die ohne eigene Kenntnisse dem kleinen Kaya die deutsche Sprache vermittelten oder die eigene Frau, die eine schweizerisch-zurückhaltende Art des Sich-Aufregens pflegt: Jedem noch so großen Ausraster vermag Kaya Yanar eine witzige Seite abzugewinnen. Und es gibt für den Comedian viele Gründe zum Ausrasten: Riesige Popcorn-Eimer, deren Inhalt sich im Kino immer geräuschvoll bemerkbar macht, gehören ebenso dazu wie Fernseher im Hotel, die alles bieten - außer der Möglichkeit, fernzusehen. Mit einem Feuerwerk von Gags erklärte der Comedian dem begeisterten Publikum seine Gründe zum Ausrasten. Sein Markenzeichen, die wechselnden Stimmen und dazu die selbst gemachten Geräusche, setzte der 45-Jährige dabei virtuos ein.

Aber nicht nur die eigenen Ausraster sollten an diesem Abend Thema sein. In einer Facebook-Aktion in der Pause rief der Comedian dazu auf, dass das Publikum ihm posten sollte, worüber es sich so richtig aufregen kann. Und dabei kam Interessantes zutage: Ein Besucher regte sich beispielsweise auf, wenn „Elektrogeräte auf gerade Zahlen“ eingestellt seien. Das war natürlich Munition für Kaya Yanar: „Der Toaster, der auf Stufe 3 toastet, geht gar nicht, aber 2 und 4 ist in Ordnung“ versuchte er den merkwürdigen Ausraster zu verstehen.

Ebenso originell war ein Beitrag, in dem sich ein Gast der Veranstaltung darüber aufregte, dass Menschen in Einkaufsstraßen stehenbleiben. Und mit Namen verlesen wurde auch ein Post, in dem sich eine Dame über ihren Freund aufregte. „Viel Spaß noch heute Abend“ war der trockene Kommentar von Kaya Yanar. Zwei Stunden lang Spaß für eine volle Weseler Niederrheinhalle: das Publikum rastete aus, ohne sich aufzuregen – und so entsprach der Abend im doppelten Sinne seinem Titel.

(cbr)
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