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Wesel: Kaum Interesse: Wesel verzichtet auf Orts-Zusatz

Wesel : Kaum Interesse: Wesel verzichtet auf Orts-Zusatz

Eine ganze Reihe Städte und Gemeinden in NRW machen von der Möglichkeit Gebrauch, ihr kommunales Selbstbewusstsein durch einen offiziellen Zusatz auf den Ortsschildern zu stärken. Wesel jedoch wird auf absehbare Zeit nicht dazugehören.

Denn einem Aufruf der Stadt, geeignete Namensvorschläge einzureichen (u.a. Hansestadt, Dudenstadt), waren lediglich 69 Bürger gefolgt. Und fast 35 Prozent von ihnen sprachen sich gegen einen Zusatz aus, um Kosten zu sparen. Diese überraschenden Zahlen nannte Dezernent Dirk Haarmann gestern im Ausschuss für Kultur und Stadtmarketing.

"Bei über 61 000 Einwohnern ist die Resonanz wirklich sehr gering", bemerkte Ruth Freßmann (SPD). Offensichtlich bestehe kein Interesse an der Sache. Diese Meinung vertrat auch Volker Haubitz (CDU): "Ich stelle erfreut fest, dass wir der gleichen Meinung sind. Weil das Thema nicht interessant ist, werden wir nun einfach nichts tun." So wurde die Sache einstimmig (eine Enthaltung) zu den Akten gelegt.

Noch völlig offen ist dagegen die Frage, was aus dem Torso und dem Kopf der Skulptur Kaiser Wilhelm I. werden soll. Nach einer Umfrage in der Bevölkerung stehen zwei Alternativen im Mittelpunkt: Entweder soll das Denkmal teilweise oder komplett restauriert im Preußen-Museum oder aber im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Doch bevor das Thema in Wesel weiter diskutiert wird, soll zunächst der LVR um seine Meinung gebeten werden. Denn bekanntlich soll das Preußen-Museum thematisch neu ausgerichtet werden. "Wenn der Landschaftsverband sagt, das Denkmal passt nicht zum neuen Konzept, brauchen wir diesen Gedanken auch nicht mehr verfolgen", so Dezernent Dirk Haarmann.

Großspender für Kaiser-Skulptur

Interessant: Ein Großspender hat sich bereiterklärt, die Kosten der Sanierung in fünfstelliger Höhe zu übernehmen. Vorausgesetzt, das Denkmal wird gut sichtbar in der Stadt aufgestellt. Haarmann machte deutlich, dass man sich nicht von einem einzigen Spender abhängig machen sollte. Alternativ könnten Spenden über einen längeren Zeitraum gesammelt werden.

(RP/rl)