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Hamminkeln: Katholische Pfarrei sucht Zukunftskonzept

Hamminkeln : Katholische Pfarrei sucht Zukunftskonzept

Auf dem Weg zum lokalen Pastoralplan: große Meinungsumfrage im Gebiet der Pfarrei Maria Frieden gestartet.

Der Fragebogen beginnt mit einer schlichten Frage: "Haben Sie schon mal etwas von unserer Pfarrei Maria Frieden gehört?" Damit startet die Pfarrei Maria Frieden in Hamminkeln in ihren fünf unterschiedlich strukturierten Gemeindeteilen eine Umfrage, wie es sie noch nie gegeben hat. Am Ende soll der lokale Pastoralplan stehen, mit dem sich katholische Pfarrei auf die Zukunft einstellen will. Dabei geht es auch darum, Schwerpunkte zu setzen und die Gemeindemitglieder sowie andere Menschen bei der Neuausrichtung mitzunehmen. Bis 2018 will die zwölfköpfige Steuerungsgruppe, die sich dazu gegründet hat, das Konzeptpapier erarbeiten.

Dazu setzt sie auf die Mithilfe der rund 11.800 Pfarreimitglieder. Die Umfrage soll bis zum 13. Mai wegweisende Erkenntnisse bringen. Am Dienstag, 11. Juli, werden die Ergebnisse bei einer Pfarrversammlung in der Bürgerhalle Loikum vorgestellt. 1000 Umfragebögen sind schon kopiert und werden verteilt. Sie können nach dem Kirchenbesuch mitgenommen und in Kirchen ausgefüllt in eine Box eingeworfen werden. Helfer der Pfarrei wollen vor Geschäften Mitbürger ansprechen und den Fragebogen austeilen. Auch auf der Homepage der Pfarrei (siehe Infokasten) kann man den Bogen ausfüllen. Damit komme man auch einer Forderung des Bistums Münster nach, wie Pfarrer Ralf Lamers erklärt. Das hatte alle Pfarreien aufgefordert, in einem Pastoralplan die Zukunft in den Blick zu nehmen. Die Ausgangslage: Weniger Kirchenmitglieder, weniger Priester, weniger Geld und weniger Kirchgänger machen der Kirche zu schaffen. In dem bistumsweiten Prozess sollen die Pfarreien neue Antworten finden.

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"Wir wollen Menschen auf den Prozess, der da läuft, aufmerksam machen und mit ihnen den Weg gehen. Basisnähe ist uns wichtig und dass wir offen sind für Wünsche und Gedanken", sagt Pfarrer Lamers. Kein Kirchturmdenken, keine Denkverbote - über die Zukunft der Gemeinde soll nicht am grünen Tisch entschieden werden. Bei der Umfrage erhofft sich die Pfarrei auch Hinweise darauf, welche Bereiche sie ausbauen sollte, was vermisst wird, worauf man in Zeiten weniger werdender Ehrenamtler verzichten kann. Nicht alles ist mehr flächendeckend machbar in einer so weiträumigen Gemeinde wie Hamminkeln. Das bezieht sich auch auf Gebäude, die vielleicht anders genutzt werden können oder nicht mehr benötigt werden.

"Das Ergebnis soll konkret werden, etwa was Familiengottesdienste, Seniorenangebote angeht und was wir wo anbieten sollen", sagte Pfarrer Lamers. Wichtig sei, ein möglichst breites und genaues Bild zu bekommen. Die zukünftigen Schwerpunkte - "ein Zukunftsbild" - der Pfarrei für die nächsten Jahre sollen beschrieben und umgesetzt werden.

Gute Impulse dafür gab es schon bei einem Besinnungstag. Eins hat sich da gezeigt: Es gibt viele engagierte Menschen in der Pfarrei, aber über die Grenzen der eigenen Gemeinde sind die oft nicht bekannt. Eine Aufgabe dürfte also sein, die Kommunikation untereinander zu verbessern - nicht einfach angesichts von fünf Ortsgemeinden in der weitflächigsten Gemeinde im ganzen Bistum Münster.

(RP)