Wesel: Kampf gegen Kaugummi jetzt auch am Bahnhof

Wesel: Kampf gegen Kaugummi jetzt auch am Bahnhof

Heißes Wasser, hoher Druck und Öffentlichkeitsarbeit sind das Rezept gegen fiese Flecken auf dem Pflaster - auch auf dem Bahnhofsvorplatz.

Der städtische Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) hat gestern im Bereich des Hauptbahnhofs seine Mission weiter verfolgt, Wesel von Kaugummis auf dem Pflaster zu befreien. Ulrich Streich, Chef des ASG, zeigt sich mit den Erfolgen der Aktion bisher zufrieden, nachdem zuletzt in der Innenstadt großflächig in der gesamtem Fußgängerzone Kaugummis entfernt worden waren. Der hohe Wasserdruck hatte damals im Pflaster für helle Stellen gesorgt - zunächst sah es so aus, als ob es also weiter Flecken im Pflaster gäbe. Zwei bis drei Monate nachher seien nun die hellen Flecken nachgedunkelt, so Streich. Weiterer Effekt der Aktion: Die Neuverschmutzung halte sich in Grenzen. Dass die Säuberung es eine permanente Aufgabe bleiben wird, ist Streich klar.

Nach jahrelanger Verschönerungsarbeit soll der Bahnhof als Tor zur Stadt attraktiver werden - die Entfernung von Kaugummi ist da ein Baustein. Beim Ortstermin zeigt sich: Gerade im Umfeld des Eingangs ist der Bahnhofsvorplatz geradezu übersät mit Flecken. Denen rücken Uwe Schettler und Andreas Luther seit gestern mit heißem Wasser und hohem Druck zu Leibe. Da sich die Gummiplättchen als recht hartnäckig erweisen, werden die beiden Mitarbeiter des städtischen Betriebs ASG wohl ein paar Tage zu tun haben, schätzt ihr Chef Ulrich Streich, der neben der Technik und der Personal auch auf Öffentlichkeitsarbeit setzt.

Die angewandte Methode unterscheidet sich nur insofern von der in der Fußgängerzone, dass am Bahnhof ein anderes Steinmaterial verlegt ist, das zudem in mehr Fugen ruht. Zwar wird die Druckstärke den jeweiligen Bedingungen angepasst, doch ist schon klar, dass Kollegen aus der ASG-Straßenunterhaltung am Ende die Fugen neu nachsanden und auswaschen werden müssen.

Gut 1200 Quadratmeter misst die zu bearbeitende Fläche. Folgen soll später auch der Busbahnhof, erklärt Streich. Zum Vergleich: Im April/Mai vergangenen Jahres setzte der Betrieb ASG seinen Hochdruckreiniger erstmals in der neuen Fußgängerzone ein. In fünf Wochen haben zwei Mitarbeiter geschätzte 50.000 Kaugummis von 10.000 Quadratmetern Fläche geschabt. Flankiert wurde die Aktion von einer Kampagne gegen das "Saugummi": Plakate auf Papierkörben und in Schaufenstern, Werbung auf den ASG-Fahrzeugen, in Kindergärten und Schulen, in Programmheften der Weseler Vereine und über Facebook sowie in den Hausaufgabenheften aller Weseler Grundschulklassen. Die Kampagne hat etwa 6000 Euro gekostet. Ein Nichts gegen jene rund 120.000 Euro, die Gütersloh, das auch Kinospots hatte machen lassen, ausgegeben hat.

Den Wert des Wohlfühlfaktors in einer sauberen Stadt betont auch SPD-Chef Ludger Hovest, der die Anregungen gegeben hatte, auch den Weseler Bahnhofsvorplatz in den Kampf gegen "Saugummi" einzubeziehen. Er untermauerte dies gestern vor Ort mit der besonderen Funktion des Weseler Bahnhofs für Pendler aus der ganzen Region. Die Bahnhofsparkplätze auf der Innenstadtseite und an der Friedenstraße seien ständig voll belegt. Zudem laufe der Förderantrag, um auf der Richelswiese weitere 90 Parkplätze zu schaffen und den Umstieg auf den ÖPNV noch attraktiver zu machen, sagt der SPD-Fraktionschef.

(fws)