Just Floyd spielen im Zirkuszelt in Mehrhoog Ein Heimspiel mit Pink-Floyd-Songs

Hamminkeln · Beeindruckende Lasershow, visuelle Effekte und ein junger Gitarrist auf den Spuren von David Gilmour. Die Band Just Floyd begeisterte im ausverkauften Zirkuszelt in Mehrhoog.

Just Floyd: Die Fotos der Pink Floyd Coverband
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Die Bilder von Just Floyd in Mehrhoog

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Foto: Latzel

Die Organisatoren strahlten über das ganze Gesicht als sie in das volle Zirkuszelt schauten. Wieder war die Veranstaltung ausverkauft, wieder hatte ein „Heimspiel“ die Besucher in Scharen angezogen. Nachdem Markus Krebs den Reigen der Auftritte in Mehrhoog am Vatertag eröffnet hatte, präsentierten sich am Samstag zunächst die Vereine bevor abends die Band „Just Floyd Project“ das Erbe der legendären britischen Progressive-Rock-Band verwaltete.

Und während Markus Krebs ja ein „Zugezogener“ ist, steht bei „Just Floyd“ ein Mehrhooger Ur-Gewächs am Mikrofon. Steinmetz Peter Dopp freute sich riesig, in seinem Heimatort auftreten zu können und verkündete stolz, dass er die kürzeste Anreise gehabt hatte. Was vermutlich nicht stimmte, da der Großteil der Besucher zu Fuß oder per Rad gekommen war.

Seit etwa einem Jahr spielt die Band in dieser Besetzung zusammen und hatte für den Einstieg an dem Abend mit „Shine on you crazy Diamond“ gleich einen der ganz großen Klassiker von Pink Floyd ausgekramt. Es dauerte nur wenige Töne, bis klar war, wer der eigentliche Star da oben auf der Bühne ist. Gitarrist Jakub „Kuba“ Ocic schlüpfte genial in die Rolle von Floyd-Gitarrenspieler David Gilmour. Das machen inzwischen viele. Doch Kuba feiert in einem Monat gerade erst seinen 16. Geburtstag und lebt die Songs mit solcher Hingabe, als wäre er mit Pink Floyd aufgewachsen. Dabei existierte die Band eigentlich gar nicht mehr als er geboren wurde.

Als Neunjähriger hatte ihn sein Vater zum Konzert einer Pink Floyd Coverband mitgenommen. Danach war Kuba hin und weg. „Kauf mir bitte eine Gitarre“, sagte er zu seinem Vater. Seitdem hat er sich den Songs von Pink Floyd verschrieben, er gründete zusammen mit Keyboarder Achim Timm die Band – und es war erfrischend zu sehen, wie viel Spaß es dem 15-Jährigen machte, gemeinsam mit den reiferen Musikern auf der Bühne zu stehen.

Er war der eindeutige Fixpunkt des Auftritts und die Songs daher auch auf ihn zugeschnitten. Bei „Just Floyd“ kommen die Klassiker viel gitarrenlastiger als beim Original rüber. Somit wurde der Abend nicht zum reinen Zitat der großen Vorbilder, sondern „Just Floyd“ drückten dem Ganzen noch ihren eigenen Stempel auf. Eine beeindruckende Lasershow und die Filme auf der legendären kreisrunden Leinwand sorgten für zusätzliches Floyd-Feeling.

Und wer sich traut, den Besuchern direkt nach der Pause einen schwer verdaulichen 20-minütigen Songbrocken wie „Echoes“ vorzusetzen, der muss schon ordentlich Selbstvertrauen haben.

Einziger kleiner Wermutstropfen des Abends war die Songauswahl. „Just Floyd“ spielten überraschend viele Stücke der letzten Alben von Pink Floyd. Mancher Fan hätte sich noch mehr Klassiker und Songs aus den Anfangstagen der Band gewünscht. Aber das ist eben Geschmackssache.

Als zum Schluss das ganze Zelt gemeinsam „Wish you were here“ sang und die leuchtenden Smartphones schwenkte, ging eine beeindruckende musikalische Zeitreise mit Lagerfeuerromatik zu Ende.

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