Jusos im Kreis Wesel wollen Zuschuss für Fahrt von Disco nach Hause

Jusos im Kreis Wesel : Forderung nach Taxizuschuss für Jugend

Für die sichere Fahrt von der Disco nach Hause: Die Kreis-Jusos regen eine Beteiligung des Kreises an Taxikosten für Jugendliche an. Vorbild: der „Night Mover“ in Kleve. Verwiesen wird dabei auch auf das ausgedünnte ÖPNV-Angebot.

Im Kreis Kleve ist der „Night Mover“ seit Jahren ein Erfolgsmodell. Nun fordern die jungen SPD-Politiker (Jusos) auch im Kreis Wesel Subventionen bei nächtlichen Taxifahrten von der Disco oder Party nach Hause am Wochenende. So könnten die Jugendlichen aus Sicht der Jusos „günstig und sicher von der Party nach Hause fahren“. Der Kreis Wesel solle einen Zuschuss pro Fahrt und Person zahlen.

Benedikt Lechtenberg aus Hünxe, Vorsitzender der Kreisjusos, sagt: „Für junge Menschen im Kreis Wesel ist es schwierig, mobil zu sein. Insbesondere am Wochenende gibt es kaum Chancen, um zu Partys, Clubs und Kneipen zu kommen, geschweige denn, den Weg nach Hause zu bestreiten.“ Das Night-Mover-Modell, das im Kreis Kleve in dieser Form bereits seit 2012 läuft, erlaubt jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren am Wochenende sowie an gesetzlichen Feiertagen und an Karneval, vergünstigt Taxi zu fahren. Pro Person und Fahrt gibt es einen Zuschuss durch den Kreis. Ruth Keuken, Sprecherin des Kreises Kleve, erklärt auf Anfrage: „Wir arbeiten mit einem sogenannten Voucher-System. Die Jugendlichen können sich vorher im Internet ein Ticket ausdrucken. Das geben sie beim Taxifahrer ab. Pro Ticket gibt es fünf Euro Vergünstigung bei der Taxifahrt. Bei mehreren Jugendlichen können auch mehrere Voucher eingesetzt werden. Der Taxifahrer reicht diese Voucher dann beim Kreis ein.“ Jährlich würden 80.000 bis 90.000 Tickets ausgedruckt, die Hälfte auch tatsächlich eingelöst. Die Kosten für den Kreis, rund 200.000 Euro inzwischen im Schnitt, würden auf die Kommunen des Kreises umgelegt. „Wir sorgen mit diesem System dafür, dass die Jugendlichen sicher nach Hause kommen“, erklärt Keuken. Inzwischen zeige auch der Kreis Viersen Interesse an dem Projekt. Insbesondere für ländliche Region, wo es kaum ÖPNV-Angebot gibt, sei das eine Alternative.

Die Weseler Taxibranche würde das Projekt Night Mover begrüßen. Michael Dickmann von Taxi Dickmann verweist darauf, dass seine Branche schon vor 15 Jahren in Eigeninitiative ein solches Projekt gestartet hatte. Es gab vergünstigte Fahrten von manchen Discotheken zurück nach Hause. Damals sei der Kreis Wesel finanziell nicht tätig geworden. Letztlich sei das Modell auch deshalb wieder eingestampft worden, erklärt Dickmann.

Benedikt Lechtenberg ist überzeugt vom Modell. Jugendliche und junge Erwachsene könnten damit günstig und sicher am Wochenende zwischen 22-6 Uhr mobil sein. Es sei auch bequemer, Unfälle könnten vermieden werden. Die Höhe des Zuschusses muss durch den Kreis festgelegt werden. Die SPD-Jugend sieht im Modell eine Chance für junge Menschen, aber noch nicht die Komplettlösung für die aus Sicht der Jusos „schlechte ÖPNV-Situation“. Der ÖPNV sei viel zu sehr ausgedünnt worden.

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