Wesel: Jesiden demonstrieren gegen Gewalt im Irak

Wesel : Jesiden demonstrieren gegen Gewalt im Irak

Ein Zeichen gegen die Gewalt der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS), die im Irak Städte und Dörfer einnimmt und Minderheiten vertreibt, wollten gestern Nachmittag die Mitglieder der Jesidischen Gemeinde Wesel setzen. Es sei an der Zeit, die Stimme für Freiheit und Frieden zu erheben, finden Jesiden überall in Deutschland und laden in diesen Tagen in vielen Städten bundesweit zu Demonstrationen ein - so auch gestern in Wesel.

Rund 500 Männer, Frauen und Kinder kamen am Berliner Tor zusammen und zogen dann zum Großen Markt. Eng und einheitlich standen sie beieinander, forderten auf Plakaten, Fahnen und Bannern das Ende des Völkermordes und der Vertreibung und lauschten den Worten von Nedim Erkis von der Federation der Jesiden in Deutschland. Die Taten der Terroristen müssten ein Ende haben, sagte Erkis lautstark und begrüßte den Gegenschlag der Kurden. Nachdem Europa einfach wegschaue, sei nun Hilfe zur Befreiung im Anmarsch. Hayriye Alsile von der Jesidischen Gemeinde Wesel übersetzte das Gesagte ins Deutsche.

Mit der Demonstration am Berliner Tor und dem Marsch durch die Fußgängerzone bis zum Großen Markt wolle man die Öffentlichkeit für die Geschehnisse sensibilisieren, sagte Selahattin Tagay von der Jesidischen Gemeinde Wesel. Mit der Resonanz war er sehr zufrieden und freute sich auch über Gäste aus umliegenden Städten. Auch die Mitglieder der Jesidischen Gemeinde Wesel unterstützen Demonstrationen in anderen Städten. Sie waren schon in Köln und Düsseldorf, in den kommenden Tagen geht es nach Emmerich und Bielefeld.

In Herford ist bei Demonstrationen am Mittwoch zu Auseinandersetzungen gekommen. So sollen Sympathisanten der Terrorgruppe "Islamischer Staat" jesidische Demonstranten angegriffen haben.

(gasch)
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