Hamminkeln: Jecken entern Rathaus Hamminkeln

Hamminkeln : Jecken entern Rathaus Hamminkeln

"Ich fänd' besser, wenn Karneval im Juli wär'", scherzte Bürgermeister Bernd Romanski angesichts einiger Regentropfen im Rathaus Minuten vor dem Eintreffen der Narrenschar mit den Abordnungen, Tanzgarden und Prinzenpaaren aus Dingden und Brünen. Ein paar Minuten später frotzelte der Vorsitzende des Heimatvereins, Stefan Tidden, nach dem Einmarsch auf dem Vorplatz vom "Start der fünften Jahreszeit in der Karnevalsstadt Hamminkeln bei herrlichstem Novemberwetter" - zum Glück blieb es trocken.

Der neuen Brüner Prinzessin Melanie II. blieb es vorbehalten, nach dieser Begrüßung dem Bürgermeister die Schlüsselgewalt zu entreißen. "Ich geb die Macht nicht ab, dazu hätte ich sie haben müssen", sagte der und dichtete: "Ob Sonne, Schnee oder Regen - Fastnacht ist ein wahrer Segen, denn jeder darf ein anderer sein." Und vor der Übergabe äußerte Romanski augenzwinkernd noch die Bitte: "Zieht die Politiker durch den Kakao, aber lasst den Bürgermeister in Ruhe."

Im Rathaus trugen sich die neuen Tollitäten ins Goldene Buch ein, ehe es zu heißen Rhythmen der Red Lions aus Bocholt 200 Meter weiter zur Auftaktfeier in das Bürgerhaus ging. Mit-Conferencier Michael Huwe stimmte auf der Bühne im Beisein der Majestäten das "Dorflied" in der Proklamationsversion für Dingden, Brünen und Hamminkeln an. Danach ging es an die Verabschiedung der alten und die Begrüßung der neuen Kinderprinzen- und Prinzenpaare - Udo I. und Sonja II. mit den Kindern Tyler I. und Julia I. aus Dingden sowie Florian I. und Melaine II. aus Brünen. Die jungen Majestäten zeigten mit ihren Garden einen selbst einstudierten Tanz - und die Großen bewiesen gereimte Vorfreude auf eine schöne Session. Bei der Verabschiedung gab es Wehmut und Anekdoten. Maria Arping und Monika Deckers begleiteten ein letztes Mal nach 19 Jahren ihr Kinderprinzenpaar. "Als alle früheren Prinzenpaare im Festzelt waren, war es sehr emotional, aber jetzt ist es ok", meinte Arping.

Das alte Dingdener Paar Tanja Lange und Claudia Wißmann berichtete von der Kevelaerer Karnevalisten-Wallfahrt, wo die beiden Sätze wie "Sowas hätte es früher nicht gegeben" erleben durften. Garniert wurde das Ganze von Darbietungen der Garden. Besonderen Mut bewies das Brüner Mariechen Isabell Moschüring mit ihrem Solo.

(aflo)
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