Issel: Weichenstellung für Zweckverband

Hamminkeln : Issel: Weichenstellung für Zweckverband

Am Mittwoch wird den Anrainerkommunen der nächste Schritt zum professionellen Hochwasserschutz präsentiert.

Die sogenannte Task Force in Sachen Hochwasserschutz an der Issel hat die Gründung eines Zweckverbands und künftige Maßnahme entlang des kleinen Flusses debattiert und zusammengefasst. Am Mittwoch wird im Hamminkelner Rathaus in Zusammenarbeit mit der Kommunalagentur NRW und den Verwaltungschefs der Anrainerkommunen das Ergebnis vorgelegt. Darin geht es um die von Hamminkeln initiierte Gründung eines Zweckverbandes. Der soll 20 Jahre lang arbeiten, um Maßnahmen komplett umzusetzen. Bisher leisten die ehrenamtlichen Isselverbände die Gewässerbewirtschaftung und den Schutz, wenn er denn in den Satzungen verankert ist. Seit dem Issel-Hochwasser 2016 und wegen der Folgen des Klimawandels gelten professionelle Strukturen als nötig.

Allerdings sind die Kosten von Schutzmaßnahmen millionenschwer. Kürzlich hatte Bürgermeister Bernd Romanski bei der Senioren-Union Daten genannt. Zum einen sei es, so Romanski, nicht möglich, die Finanzierung über Beitragssatzungen zu schaffen, sondern Geld müsse auch aus dem städtischen Haushalt kommen. Bei 40 bis 45 Millionen Euro zur Umsetzung von Maßnahmen und der weiteren Kosten für Personal und anderes in Höhe von 15 bis 20 Millionen Euro wäre Hamminkeln als am meisten betroffene Anrainerkommune mit dem größten Isselabschnitt stark belastet. Der Kreis Borken habe bereits signalisiert, für Raesfeld nichts zu geben, weil dort von dem Flüsschen keine Gefahr ausgeht. Nach einem bisher angewandten Schlüssel müsste Hamminkeln aufgrund seiner Fläche 43 Prozent der Kosten des Zweckverbands tragen, Gemeinden wie Isselburg oder Raesfeld nur zehn Prozent.

Weiterer Aspekt: Welche Gemeinde im Stromverlauf hat Vorteile, wenn die Issel nicht über die Ufer tritt? Romanski nannte vor der SU Isselburg als Beispiel. Die Gemeinde dort könnte künftig neue Gewerbeflächen ausweisen könnte, die heute im Überschwemmungsgebiet liegen. Auch müsse noch einmal die Frage nach der ökologischen Nachhaltigkeit gestellt werden. Grund: Nur in diesem Fall besteht die Aussicht auf Maximalförderung. Romanski sagte vor den Senioren: „Ich brauche keine Auenkonzepte oder Fischtreppen.“ Das Wasser müsse im Fall der Fälle schnell abfließen und dann wieder in die Issel zurückkehren – etwa mittels Überflutungsbereichen.

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