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Wesel: Internetbetrüger mit neuer Masche

Wesel : Internetbetrüger mit neuer Masche

Verbraucherzentrale warnt vor regelrechter Welle von Phishing-Attacken.

Die Stolperfallen für Verbraucher haben sich in den vergangenen Jahren geändert, weniger geworden sind sie aber nicht. Deshalb klopften in 2012 insgesamt 5870 Ratsuchende an die Tür der Weseler Verbraucherzentrale oder griffen zum Telefonhörer. Die Internetseite unter www.vz-nrw.de/wesel registrierte 7403 Zugriffe. Karin Bordin verstärkt das Beratungsteam seit Anfang Mai. Sie bildet mit Ursula Möllmann die Doppelspitze vor Ort. "Ich freue mich, für die Weseler Bürger aktiv zu sein", sagt die 50-Jährige, die vorher 24 Jahre in den Verbraucherzentralen Dortmund und Mülheim mit Rat und Tat zur Seite stand. Ihr Steckenpferd, sagt sie, sei die Telekommunikation. Und damit ist sie auch in Wesel gut aufgehoben. Denn: 21 Prozent aller Verbraucherprobleme drehten sich 2012 um Telefon und Internet.

"Die klassische Abzocke im Internet, bei der man geradezu unbemerkt Verträge abschließt, ist zwar so gut wie weg", sagt Möllmann. Dafür gebe es aber eine regelrechte Welle an Phishing-Attacken.

Diese Methode nutzt die Ängste und die Neugierde der Internet-Nutzer auf perfide Weise aus. Es werden E-Mails mit Forderungen für nie bestellte Artikel oder Mahnungen verschickt. Häufig wird dabei die Einschaltung eines Inkassobüros oder die Überprüfung der Kontodaten angekündigt – ein Vorwand, damit der Empfänger den Anhang öffnet. In dem befinden sich dann statt weitergehender Informationen Trojaner, die sensible Daten ausspähen und weitergeben können. Bei auffälligen Mails sollten Anhänge deshalb nicht geöffnet und der Absender an die Verbraucherzentrale gemeldet werden. Die führt unter www.vz-nrw.de/phishing eine Liste der bekannten schwarzen Schafe. Allgemein bestünde die größte Herausforderung im Telekommunikationssektor darin, in Zusammenarbeit mit dem Gesetzgeber eine höhere Standardisierung bei den Verträgen zu erreichen, gibt Sigrun Krümmel, Regionalleiterin der Verbraucherzentrale NRW, ein klares Ziel aus. Grundsätzlich gilt: "Man sollte aufmerksam sein und nicht unüberlegt wichtige Daten preisgeben", so Möllmann.

Häufig Rat gesucht wird außerdem in den Bereichen Energiemarkt, Finanzdienstleistungen und Gesundheitsmarkt. Der Jahresbericht 2012, der über die Arbeit der Verbraucherzentrale informiert, ist im Internet unter www.vz-nrw.de/wesel-jahresbericht zu finden.

(niel)