Initiative will an Bürgerbegehren festhalten

Schermbecker Schulstreit : Initiative will an Bürgerbegehren festhalten

Die Grundschul-Entscheidung stößt auf die Kritik der Bürgerinitiative, die bereits lange vor der Ratssitzung die Durchführung eines Bürgerbegehrens angekündigt hatte.

Trotz des Beschlusses im Schermbecker Gemeinderat am Mittwoch für die Aufgabe beider Grundschulstandorte zugunsten der Bildung eines zentralen Schulstandortes (wir berichteten) hält die Schermbecker Initiative „Zwei Grundschulen für Schermbeck“ an ihren Plänen fest. Das hat eine Anfrage unserer Redaktion bei den Initiativmitgliedern ergeben. Als Schulstandort wurde von der Politik das Gelände der ehemaligen Gemeinschaftsgrundschule an der Weseler Straße ausgewählt. Die Entscheidung stößt auf die Kritik der Bürgerinitiative, die bereits lange vor der Ratssitzung die Durchführung eines Bürgerbegehrens angekündigt hatte.

„Es sind nicht nur die 50 Mitglieder der Bürgerinitiative für einen Erhalt der Schullandschaft mit zwei Standorten“, teilte Thomas M. Heiske als einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens mit. Auch 730 Schermbecker hätten mittlerweile die Online-Petition unter change.org/zweigrundschulen unterschrieben. Die Mehrheit der Unterzeichner sei dafür, das Bürgerbegehren fortzuführen, weil ihre Meinung in der Diskussion kein Gehör gefunden habe. „Aktuell klären wir rechtliche Details, unsere Vorgehensweise sowie den Zeitplan des Bürgerbegehrens“, beschrieb am Donnerstag der Mitinitiator Thomas Bolte das weitere Vorgehen.

Für die Bürgerinitiative steht fest: „Sinnvoller und nachhaltiger als Abriss und Neubau erscheinen uns der Erhalt der werthaltigen Gebäudesubstanz der beiden bestehenden Schulen durch Sanierungen und Modernisierungen.“ Beide Bestandsgebäude befänden sich in einem „guten Zustand“, das habe selbst der mit der Machbarkeitsstudie beauftragte Architekt bestätigt. Insbesondere die ehemalige Maximilian-Kolbe-Schule sei vor wenigen Jahren mit Fördermitteln energetisch aufgewertet, die Toilettenräume komplett saniert worden. „Andere Kommen wären froh, so Bolte, „wenn sie so intakte und gepflegte Schulen hätten. Warum also hohe Schulden zu Lasten der Kinder machen?“

Die Abstimmung über den zentralen Standort der Schermbecker Grundschule war nicht – wie irrtümlich zunächst gemeldet - einstimmig. Einstimmig war zwar der Beschluss für eine namentliche Abstimmung. Bei der eigentlichen Frage gab es dann aber fünf Gegenstimmen Hildegard Franke (CDU), Thomas M. Heiske (parteilos), Martina Gelzeleuchter, Thomas Pieniak, Klaus Roth (BfB) und 1 Enthaltung von Uwe Karla (CDU). Die Redaktion bietet das Versehen zu entschuldigen.

(sep)
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