Hamminkeln: InGe stößt auf Zurückhaltung

Hamminkeln: InGe stößt auf Zurückhaltung

Grundsätzlich hat der Ausschuss für Stadtentwicklung den Wunsch des Vereins In Gemeinschaft leben (InGe) begrüßt, ein Mehrgenerationenhaus zu bauen. Aber bei allem Wohlwollen konnte sich die Politik nicht dazu durchringen, grünes Licht für das Projekt am geplanten Standort mitten in Hamminkeln zu geben. Es seien noch zu viele Frage offen, hieß es fraktionsübergreifend. InGe müsse nachbessern. Die Entscheidung, ob ein auf das konkrete Vorhaben bezogener Bebauungsplan auf dem "Gelände Odenthal" aufgestellt werden soll, wird nun in der Mai-Sitzung fallen.

Die Vertreter fast aller Parteien fürchten einen massiven Baukörper mitten im Dorf. 14 Wohnungen sollen zwischen dem Evangelischen Friedhof und der Siedlung Martin-Luther-Straße entstehen. Der Baukörper soll nach dem Vorentwurf von Architekt Ulrich Kortmann im "Penthouse-Stil" zwei Vollgeschosse mit einem ausgebauten Dachstuhl bekommen.

Das sorgt in der Nachbarschaft bereits für Unbehagen. Anwohner der Martin-Luther-Straße fürchten um die wenigen Sonnenstunden für ihre westlich ausgerichteten Gärten.

Absprecken wäre das Aus

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Sorgen macht sich die Politik auch um die Erschließung und die Parkflächen. Die seien unbegründet, betonte Manfred Boshoven vom Fachamt. Er verteidigte den InGe-Entwurf nach Kräften. Die Reduzierung auf zwei Geschosse komme einem "K.o. für das Projekt" nahe, das eine Alternative für herkömmliche Wohnformen im Alter realisieren möchte.

Einzig die USD sprach sich eindeutig dafür aus, InGe an der gewünschten Stelle den Weg zu ebnen. Auch die Grünen signalisierten Bereitschaft, ihre Bedenken aufzugeben. Doch CDU und SPD stimmten überein, dass sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nur für eine "abgespeckte Variante" erwärmen könnten. Die Genossen rieten den InGe-Leuten gar, sich nach einem geeigneteren Standort umzusehen.

Grundsätzlich warnte Wilhelm Kloppert (CDU) davor, den Dorfkern mit Wohnangeboten für Senioren zu überfrachten. Eine ähnliche Sorge äußerte Helmut Wisniewski (USD) mit Blick auf den Plan aus Reihen der SPD, auf dem Sportplatz Brüner Straße eine Mehrgenerationenwohnanlage zu errichten. "Irgendwann ist ganz Hamminkeln ein Altenheim", so der Rentner aus Dingden.

(RP)