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In Schermbeck wird die Müllabfuhr jetzt preiswerter

Schermbecker Haushalt : Die Müllabfuhr wird jetzt preiswerter

Die Schermbecker Gebührenzahler profitieren spürbar von der Abschreibung des Kreis Weseler Abfallentsorgungszentrums Asdonkshof in Kamp-Lintfort. Der Kämmerer setzt insgesamt 280.000 Euro weniger an.

Im neuen Jahr ändern sich einige Gebührensatzungen der Gemeinde Schermbeck. Manche Kosten steigen, andere werden reduziert. Die Niederschlagswassergebühr und die Kosten für eine Biotonne bleiben bestehen.

Die Kosten für die Abfallbeseitigung reduzieren sich. Weil sich für die Gemeinde die ansatzfähigen Kosten gegenüber dem Vorjahr um rund 347.000 Euro reduzieren, obwohl die Entsorgungsmengen von Abfällen höher ausfallen werden als im Vorjahr. Diese Reduzierung der ansatzfähigen Kosten resultiert aus der Abfallgebührensenkung des Kreises Wesel, da das Abfallentsorgungszentrum (AEZ) mit Ende des Jahres 2020 vollständig abgeschrieben ist. Da sich aber auch die ansatzfähigen Erlöse bei den Erträgen aus dem Verkauf von Altpapier, Alttextilien, Metallschrott und der Entnahme aus der Rücklage um insgesamt rund 65.000 Euro verringern, hat der Kämmerer Frank Hindricksen für das Planungsjahr 2021 eine Gebührensenkung von insgesamt 280.000 Euro kalkuliert.

Die Jahresgebühr für die Entleerung einer 40-Liter-Restmülltonne sinkt um zwölf auf 81,60 Euro.  Bei größeren Tonnen bleibt der Reduzierungsfaktor gleich, sodass für eine 240-Liter-Restmülltonne Kosten in Höhe von 489,60 Euro entstehen und für ein 5000-Liter-Gefäß 10.200 Euro. Die 70 Liter fassenden Säcke kosten weiterhin zehn Euro.

Da es im Restmüllbereich für das Planungsjahr 2021 zu einer Verringerung der Abfallbeseitigungskosten kommt, kann durch eine erhöhte Quersubventionierung bei der Biotonne der jährliche Gebührensatz unverändert bei 60 Euro für ein 120-Liter-Gefäß und 120 Euro für ein 240-Liter-Gefäß belassen werden.

Im Jahre 2021 müssen Schermbecker Bürger höhere Gebühren für die Straßenreinigung und für den Winterdienst zahlen. In den letzten Jahren konnten die Kosten niedriger gehalten werden durch Rücklagenentnahmen zur Finanzierung von Kostenüberdeckungen. Durch diese regelmäßigen Entnahmen ist es im Jahre 2021 nicht möglich, weitere Mittel aus der Rücklage zu entnehmen.

Die Gebühren für die Straßenreinigung steigen im Jahre 2021 in der Reinigungsklasse S 1 (Anliegerstraßen) um 0,39 Euro auf 0,68 Euro pro laufenden Frontmeter. In der Reinigungsklasse S 2 (innerörtlicher Straßenverkehr) steigen die Gebühren um 0,35 Euro auf 0,61 Euro und in der Reinigungsklasse S 3 (überörtlicher Straßenverkehr) um 0,27 Euro auf 0,46 Euro.

Aus demselben Grund steigen auch die Gebühren für den Winterdienst. In der Reinigungsklasse W 1 ( überörtlicher Straßenverkehr) betragen die Kosten je Frontmeter 0,65 Euro (Vorjahr: 0,52 Euro), in der Reinigungsklasse W 2 (innerörtlicher Straßenverkehr) 0,58 Euro (Vorjahr 0,46 Euro) und in der Reinigungsklasse W 3 (Anliegerstraßen) 0,50 Euro (Vorjahr: 0,41 Euro).

Im Gebührenhaushalt „Gewässerunterhaltung“ wurden Veränderungen der Ansätze gegenüber 2020 vorgenommen.  Diese ergaben sich insbesondere durch die Übertragung von Flächen der Gewässerunterhaltung an den Gahlener Torfvennverband. Hintergrund dafür ist die Veränderung des Einzugsgebietes des Wasser- und Bodenverbandes Gahlener Torfvenn. Der Gebührensatz für Grundstücke, die im seitlichen Einzugsgebiet des Gewässers Issel liegen und bei welchem der Wasser- und Bodenverband „Obere Issel“ die Gewässerunterhaltung durchführt, beträgt für versiegelte Flächen 0,114820 Euro pro Quadratmeter im Jahr, für unversiegelte Flächen 0,000312 Euro. Im Bereich des Raesfelder Isselverbandes lauten die entsprechenden Beträge 0,153370 und 0,000244 Euro pro Quadratmeter im Jahr, im Bereich des Schermbecker Mühlenbaches  0,007460 und 0,000071 Euro, im Bereich Rhader Bach/Wienbach 0,072010 und 0,000135, im Bereich Mittlere Issel 0,202807 und 0,000307, im Bereich Gahlener Torfvennverband 0,069423 und 0,000512 sowie im Bereich der übrigen Gewässer 0,049387 und 0,000216 Euro pro Quadratmeter im Jahr.

Geändert haben sich auch die Gebühren für das Schmutzwasser. Die Kosten steigen für einen Kubikmeter um 50 Cent auf 2,70 Euro. Die ermäßigte Schmutzwassergebühr wird um 25 Cent auf 1,35 Euro pro Kubikmeter erhöht. Die Niederschlagswassergebühr bleibt im Jahre 2021 unverändert bei 0,60 Euro pro Quadratmeter.

Im Gebührenhaushalt „Grundstücksentwässerungsanlagen“ bleiben die Ansätze für das Haushaltsjahr 2021 im Bereich der Unternehmerkosten und der Entnahme aus der Rücklage nahezu unverändert.  Durch einen gestiegenen Ansatz im Bereich der inneren Verrechnungen von rund 780 Euro und einem um neun Cent höheren Verbandsbeitrag je Kubikmeter Schmutzwasser an den Lippeverband ergibt sich eine Erhöhung um 0,57 Euro pro Kubikmeter Entsorgungsmenge auf 10,88 Euro. Die Anfahrtspauschale bleibt unverändert bei 83,30 Euro.