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Impftermine im Kreis Wesel: Warten, bis der Arzt kommt

Impftermine im Kreis Wesel : Telefonieren und klicken, bis der Arzt kommt

Am Montag konnten sich Senioren über 80 erstmals telefonisch oder am PC um einen Impftermin bemühen. Doch längst nicht jeder bekam die Chance, mit einem zuständigen Mitarbeiter verbunden zu werden. Der Frust ist groß.

Wer sich schon einmal um Karten für eine Fußballweltmeisterschaft oder ein Konzert von Beyoncé bemüht hat, hätte am Montagmorgen eine Art Déjà-vu erleben können. Das Telefon dauerhaft besetzt, die Internetseiten überlastet. Und wenn man nach Stunden des Probierens durchkommt, dann sind die Karten alle schon weg.

Nur ging es am Montagmorgen nicht um eine unterhaltsame Abendveranstaltung, sondern um Termine für die Impfung gegen das Coronavirus. Das Land NRW hatte für Montag den Start der Vergabe der Impftermine festgelegt – und so versuchten ziemlich viele Leute zur gleichen Zeit via Telefon oder Internet an einen der knappen Termine im Impfzentrum in Wesel zu kommen.

Mehrere Bürger berichteten davon, dass sie trotz zahlreicher Versuche am Telefon nicht zur eigentlichen Terminvergabe durchgedrungen sind. Wer es über die Internetseite 116117.de probiert hat, wurde mit einem ständig überlasteten Server konfrontiert. Einige merkten an, dass das Impfzentrum Wesel gar nicht in der Übersicht auftauche. Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KV) erklärte auf Anfrage: „Die Impfzentren werden bei der Online-Anmeldung zugewiesen, die sucht man sich nicht aus. Das funktioniert nach Eingabe der Postleitzahl.“

Wie vielen Bürgern im Kreis Wesel nun gelungen ist, am Montag einen Termin im Impfzentrum zu vereinbaren, ist unklar. Die KV hatte darüber keine Erkenntnisse. Eine regionale Auswertung finde erst in den nächsten Tagen statt, heißt es. In NRW haben 25.000 Bürger Montagmorgen ihre Termine bekommen, allein im Kreis Wesel sind rund 36.000 Senioren, die 80 oder älter sind, zur Teilnahme an der Impfaktion aufgerufen. Das Impfzentrum in der Weseler Niederrheinhalle öffnet nach derzeitigem Stand am 8. Februar. Ursprünglich war der Start für den 1. Februar vorgesehen.

Derzeit kann der Kreis keine Impfdosen bestellen. Nach Auskunft einer Sprecherin soll dies ab Februar wieder möglich sein. Ob der Kreis – wie ursprünglich geplant – rund 1922 Impfdosen pro Woche für die über 80-Jährigen erhält, ist nicht klar. Der Kreis teilte dazu lediglich mit, dass nur das Land diese Frage beantworten könne. Bis Anfang April soll das Land NRW insgesamt rund 560.000 Impfdosen bekommen.

Auf die Frage, wie viele Bürger mittlerweile im Kreis Wesel geimpft seien, verwies der Kreis an die KV – die Organisationsstruktur der Impfungen ist offenkundig recht speziell. In insgesamt elf Senioren- und Pflegeeinrichtungen haben noch gar keine Impfungen stattgefunden. Wann diese nachgeholt werden, ist nicht bekannt. Gleiches gilt für die Impfungen in den Krankenhäusern im Kreis. Warten, bis der Arzt kommt – das ist derzeit das Motto.