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Impf-Tour des Kreises Wesel

Kommentar zur Impf-Tour des Kreises Wesel : Das ist keine Aufgabe für Kommunen

525 Menschen wurden in Dinslaken, Kamp-Lintfort und Hamminkeln geimpft. Es hätten drei Mal so viele sein können. Dennoch ist die Tour wichtig. Vielmehr muss der Bund nun für mehr Anreize sorgen, sich impfen zu lassen.

An drei Orten hat die Tour mit dem bizarren Namen nun Station gemacht. Vormittags zwischen zehn und 15 Uhr hält ein kleiner Bus vom Roten Kreuz und dem Kreis Wesel auf einem zentralen Platz und bietet Corona-Schutzimpfungen an. Für Passanten, für Neugierige, für Gelangweilte, für Interessierte. 525 Menschen wurden auf diese Weise Freitag, Montag und Dienstag in Dinslaken, Kamp-Lintfort und Hamminkeln insgesamt geimpft. Es hätten geimpft 1500 werden können: das Dreifache.

Wenn der Leiter des Krisenstabs des Kreises, Lars Rentmeister, nun vorsichtig sagt, dass da Luft nach oben sei, dann ist das zwar richtig, aber doch recht vorsichtig formuliert. Es ist mühsam und kompliziert, den Erfolg der Impf-Tour nach drei von 13 Kommunen bewerten zu wollen. Aber es zeichnet sich bereits ab, dass sie die Probleme der erlahmenden Impfkampagne nicht wird lösen können.

Wenn an allen Stationen im Schnitt 200 Personen geimpft werden, sind am Ende der Reise 0,5 Prozent der Kreisbevölkerung mehr geimpft als vorher. Das ist einerseits gut, weil es auf jede Impfung ankommt, und 2600 geimpfte Bürger mehr sind als keiner. Der Weg zur Herdenimmunität und zu einer Impfquote von 80 oder gar 90 Prozent wird auf diese Weise aber nicht geebnet.

  • (Symbolfoto)
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Spricht das nun gegen die Impf-Tour? Nein. Sicherlich kann man dieses oder jenes Detail, zum Beispiel die Uhrzeit der Aktion, diskutieren. Ob andere Zeiten aber die Leute zu den Impfungen treiben würden, weiß man schlicht nicht. Das Problem des mangelnden Impfinteresses lässt sich nicht auf kommunaler Ebene lösen. Wenn Landes- und Bundesregierung der Auffassung sind, die Angebote müssten nur niederschwellig sein, dann kämen die Leute schon, dann irren sie. Es muss mehr Freiheiten für Geimpfte geben, sonst wird das nichts. Das ist Aufgabe des Bundes.