Wesel: Hünxer in Angst vor einem Hundehasser

Wesel: Hünxer in Angst vor einem Hundehasser

In Hünxe wurden zwei Hunde offenbar auf dem Grundstück ihrer Halter vergiftet. Die Polizei ermittelt. Besorgte Hundehalter haben eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt, um dem Täter das Handwerk zu legen.

In Hünxe wurden offenbar zwei Hunde vergiftet, in Schermbeck-Damm, auf der Radroute von Drevenack nach Schermbeck, hat eine Hundehalterin mit Nägeln gespickte Fleischbällchen gefunden. Die Hundebesitzer in Hünxe und Damm haben Angst. Treibt ein Hundehasser in der Gegend sein Unwesen? Die Polizei ermittelt, gleichzeitig haben Hundebesitzer eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Die beiden Hunde, ein Galgo Español und ein Schäferhund, wurden offenbar im Garten ihrer Besitzerin, an der Alten Weseler Straße, vergiftet.

Heike Hertger, Rechtsanwältin, Hundehalterin und Freundin der betroffenen Besitzerin, hat sich des Themas angenommen. Sie geht davon aus, dass jemand Rattengift auf dem Grundstück ausgelegt hat. Das ist besonders tückisch, weil es "eine Wirkungszeit von sechs bis sieben Tagen hat", so Heike Hertger. Der neunjährige "Blacky" ist am Dienstag, 20. Januar, an typischen Symptomen gestorben. Also müsse das Gift in den Tagen zuvor auf das Grundstück gelangt sein. "Blackys" Frauchen hatte den neunjährigen Hund aus Portugal gerettet. Nun ist er "nach einem langen und schrecklichen Überlebenskampf gestorben", so Heike Hertger.

Bereits im Oktober war "Blackys" Weggefährte "Ricky" gestorben. Damals war die Besitzerin in Portugal, Bekannte hüteten den Hund in seinem Zuhause. Damals sei man von einem natürlichen Tod ausgegangen, so Heike Hertger - der Hund war zwölf Jahre alt. Nun, nach Rücksprache mit den Hundesittern, stellte sich heraus, dass "Ricky" die selben Symptome gezeigt hatte, wie nun " Blacky". "Offenbar eine zielgerichtete Aktion gegen den Hund", vermutet Heike Hertger. Sie hat Warnhinweise auf Facebook veröffentlicht und die Belohnung ausgeschrieben, will zudem Plakate aushängen. Besonders perfide findet sie, dass das Gift auf das Grundstück der Tiere gebracht wurde. "Wir trauen uns kaum, die Hunde in den Garten zu lassen", sagt sie und spricht damit Hundehaltern aus der Seele. Denn "das geht uns alle an."

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An den 1000 Euro Belohnung beteiligten sich spontan mehrere weitere Hundebesitzer. "Für Geld verrät man auch schon mal einen Kumpel", meint Hertger und zählt darauf, dass der Täter vor Freunden mit der Tat geprahlt hat. Auch die Polizei hofft, dass mit Hilfe der Belohnung der Fall eher geklärt werden kann. Ansonsten könnte es "schwierig" sein, an Hinweise zu gelangen, so Polizeisprecher Franz-Josef Kuhmann. "Das hätte ja jemand zufällig beobachtet haben müssen."

Hinweise an die Polizei unter Tel. 0281 1070 oder Heike Hertger, 02858 2823

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(RP)
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