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Hünxe: Museumsscheune des Otto-Pankok-Museums wird für knapp zwei Millionen Euro umgebaut

Förderbescheid ist da : Zwei Millionen für Museumsscheune des Pankok-Museums

Regierungspräsidentin Brigitta Rademacher übergab am Dienstag den 1,95-Millionen-Förderbescheid für den Kernbaustein des Drevenacker Pankok-Projekts. Die Scheune wird saniert, Ausstellungsraum und Foyer angebaut.

Es war ein ereignisreiches Jahr für das Haus Esselt und die Ehrenamtlichen der Otto-Pankok-Stiftung und deren Geschäftsführung. Das 50-jährige Bestehen der Otto-Pankok-Gesellschaft sowie der 125. Geburtstag Otto Pankoks wurden gefeiert. Die Außensanierung von Haus Esselt in Drevenack wurde abgeschlossen, wenn auch nicht ohne Probleme und mit Zeitverzögerung. Schmuck sieht das weißgetünchte Haus aus. Auf dem Außengelände sind Bäume gefallen, Gräfte (Wassergräben) wurden angelegt. Außenpavillon und Wege durch den Wald und an der Issel entlang gehören zum neuen Konzept. Nun ist auch offiziell der Weg für den Kernbaustein des öffentlich geförderten Vorhabens frei - der Umbau der Museumsscheune unter anderem mit neuem Eingangsbereich. Am Dienstag übergab Regierungspräsidentin Brigitta Radermacher den Zuwendungsbescheid für die Sanierung in Höhe von 1.95 Millionen Euro.

Vorstand Wolfgang Matenaers von der Otto-Pankok-Stiftung und Projektmanagerin Katrin Reuscher waren hocherfreut über den Fortschritt, der terminlich wie ein Weihnachtsgeschenk daherkam. Zehn Jahre hatte man insgesamt daran gearbeitet, dass der Moment der Finanzierung wahr wird. Den Erfolg kann auch das 30-köpfige ehrenamtliche Team, das den Museumsdienst leistet, für sich verbuchen. Denn, so Ralph Zinnikus, Kulturdezernent der Bezirksregierung, im historischen Haus Esselt sei eine Lebensform mitsamt Einrichtung „konserviert“ worden, die Otto Pankoks Lebzeiten erlebbar mache und viele historische Elemente erhalten habe. Dazu kommt, dass unter Museumsleiterin Annette Burger der schulpädagogische Lernort Pankok-Museum einen Aufschwung erlebt hat. Die Gesamtkonstellation brachte am Ende den Förderungszuschlag.

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Mit dem Geld soll die Museumsscheune vor allem energetisch ertüchtigt werden, so dass der Ort mit seiner Wirkung erhalten bleibt. Architektin Dagmar Grote berichtete, dass man eine „erhaltende Sanierung“ durchführen werde. Eine neue Treppe wird eingebaut, denn im ersten Stock soll künftig die schulisch-kreative Arbeit konzentriert werden. Ein barrierefreier Ausbau gehört dazu. Das Foyer wird neu als Anbau angedockt und um Shop sowie Cafeteria erweitert. Das soll unter anderem ein Angebot an die wachsende Schar der Radtouristen sein. Dazu entsteht ein neuer Ausstellungsraum. Er soll auch Wechselausstellungen verschiedener Künstler aufnehmen. Bis vor zwei Jahren wurden in Drevenack nur Werke von Otto Pankok gezeigt. Das hat auch seine Berechtigung, denn sein Werk umfasst 10.000 Arbeiten, davon allein 5000 Kohlezeichnungen. Genau weiß man es aber nicht. Ein ungehobener Schatz sind auch die Schriftwechsel. Hulda Pankoks Nachlass sei ein in sich geschlossenes, vorhandenes Stück Kulturgeschichte, hieß es. Die Arbeit im Museum wird also ganz sicher nicht so schnell ausgehen.

Zunächst aber haben Planer und Handwerker das Wort. Noch ist die Museumsscheune für Gruppen erreichbar, mit dem noch nicht terminierten Beginn des Umbaus wird der Zugang unmöglich sein. Dennoch wird es kleinere Publikumsaktivitäten in und um das Haus Esselt geben, damit der Ort der Kunst im Gespräch bleibt. 2020 könnte dann der Museumsbetrieb seinen Neustart erleben. Festlegen will man sich nicht, das alte Gebäude könnte mit heute unerkannten Überraschungen aufwarten. Das Ziel aber ist klar, so Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann: „Museum und Haus Esselt sollen ein lebendiger Ort bleiben.“ Das hat auch damit zu tun, dass Otto Pankok, der Tolerante, sich zeitlebens für Minderheiten und Flüchtlinge eingesetzt hat. Ein Thema, dessen Botschaft in die Jetztzeit passt.