Wesel: Hülskens: Chancen in Bislich und Ginderich

Wesel: Hülskens: Chancen in Bislich und Ginderich

Die Kies-Branche ist ein Industriezweig, der es derzeit nicht einfach hat. Der Sturmlauf von Anwohnern gegen Auskiesungsvorhaben und die planungsrechtliche 51. Änderung des Gebietsentwicklungsplans (GEP) haben auch das Weseler Traditionsunternehmen Hülskens Kies und Sand (320 Mitarbeiter in Wesel, 780 in der Holding) in die Defensive gebracht. Immerhin: Wesels Politik und Verwaltung stehen zu dem guten Steuerzahler, und sie werden ihn stützen, wo es geht. Dies wurde in der "schwimmenden Sitzung" des Wirtschaftsförderungsausschuss an Bord eines Hülskens-Schiffes betont. Hierbei und mit Besucherfahrten im Lippemündungsraum setzt Hülskens auf verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, um für Akzeptanz zu werben. "Denn für Folgenutzungen, etwa Auesee oder Xantener Südsee, werden wir gelobt. Baggern wir ab, gibt es leicht massiven Widerstand", sagte Prokurist Jörg Hüting. Der Lippemündungsraum, in dem eine Auenlandschaft entsteht und gleichzeitig Platz für Brückenanbindung sowie Hochwasserschutz für Gewerbefläche entstehen, ist ein solches Akzeptanz-Projekt.

Mit der neuen Rechtslage gibt es laut Hüting keine einzige neue Auskiesungsfläche am Rhein. Das kann auch der Stadt nicht egal sein. Angetrieben von Ludger Hovest (SPD) gilt deshalb der Bereich Bislich-Vahnum als Chance. Fällt hier der Großkraftwerk-Standort (RP berichtete), ist der Weg frei, Retentionsraum für die Flut zu schaffen – Hülskens und andere können hier Kies gewinnen – und den Deich an die Kreisstraße zurück zu verlegen. Da die Firma erfahren im Wasserbau ist wäre das ebenfalls eine lukrative Aufgabe. In der Folge würde auch der Seenverbund profitieren. Hüting: "Die Lösung liegt darin, Themen zu verbinden und für viele eine Win-Win-Situation zu schaffen." Dies könne man wie im Lippemündungsraum mit einem öffentlich-rechtlichen Vertrag managen.

Aktuell brennender ist aber die Zukunft der Abgrabung Pettenkaul in Ginderich, früher die leistungsstärkste im Firmenverbund. Vor einem Jahr wurde nach Wasserschutzauflagen die Produktion halbiert, Kies aus Menzelen wird zur Verarbeitung angefahren. Ziel ist zeitgewinn, um doch noch etwas in Richtung Genehmigung zu bewegen. Düsseldorf ist da am Zug. der Kreis und die Stadt stützen den Auskieser nach Kräften.

(RP)