Wesel: Hommage an Robert und Clara Schumann kam an

Wesel : Hommage an Robert und Clara Schumann kam an

Der Städtische Musikverein Wesel hat es wieder einmal geschafft, einen ganz besonderen Konzertabend zu veranstalten. Unter dem Titel "Widerhall" konnte man sich zunächst einmal gar nichts vorstellen. Die bekannte Sopranistin Stefanie Wüst hatte bei der Vorbereitung verschiedene Bücher über das Ehepaar Robert und Clara Schumann gelesen und hieraus eine Hommage an die beiden Komponisten erstellt. Begleitet wurde sie vom Neuen Rheinischen Streichquartett mit Albert Rundel und Gudrun Höbold (Violine), Valentin Alexandru (Viola) und Martin Burkhardt (Violoncello).

Das Hauptthema waren acht Lieder von Clara Schumann mit Introduktion und Intermezzi in der Bearbeitung von David Graham (geb. 1951), einem Komponisten, der an diesem Abend auch anwesend war. Mehrere Gedichte von Heinrich Heine sowie Emanuel Geibel waren es, die fein säuberlich von der Sopranistin vorgetragen wurden.

Sechs Gesänge op. 107 von Robert Schumann in der Bearbeitung für Streichquartett von Aribert Reimann waren ein weiterer Höhepunkt. Ursprünglich wurden sie für Klavier geschrieben. Der Ehemann befasste sich mit Texten von Titus Ulrich wie "Herzeleid" und "Die Fensterscheibe" sowie mit Paul Heyses "Die Spinnerin", Eduard Mörikes "Der Gärtner", Johann Gottfried Kinkels "Abendlied" sowie "Im Wald", getextet von Karl Wolfgang Müller von Königswinter.

Das Publikum musste schon andächtig lauschen, alle Lieder waren sehr inniglich. Es gab tief beeindruckende Texte über die Natur, das Leiden, über die Mondfinsternis, Wege des Scheidens sowie über die Liebe. Das merkte man auch bei der Begleitung des Ensembles sowie den wahrhaft hohen und klaren Tönen der Sopranistin.

Eine ganz besondere Note erhielt der Liederabend zusätzlich durch den Schauspieler Sören Wunderlich vom Schauspielhaus Bonn. Er las Originaltexte aus Briefwechseln, Haushaltsbüchern, Liebeserklärungen und Tagebüchern vor. Teilweise wurden sie heimlich im Kämmerlein geschrieben. Aber auch aus historischen Schriften erfuhren die Zuhörer vieles über das Leben, die Liebe und Probleme der Schumanns. Robert war bis zu seinem Tod im Jahre 1856 in Clara verliebt. Das konnte man an seinen poetischen Briefen erkennen. Er selbst war nicht nur Komponist, sondern auch Redakteur der "Neuen Zeitschrift für Musik". Nicht immer hatten es die beiden leicht. Er musste beispielsweise eine gerichtliche Erlaubnis zur Eheschließung erzwingen. Claras Vater Friedrich Wieck war gegen die Ehe. Die Ehejahre waren geprägt von Konzertreisen, Kompositionen sowie acht Kindern.

Auch über seinen Freund Johannes Brahms, dessen Streichquartett Nr. 2 op. 51, a-Moll mit vier Sätzen gespielt wurde, erfuhr man, dass er sich rührend um Schumanns Familie gekümmert hat. Er selbst war auch ein glühender Verehrer von Clara. Die Hommage an das Paar kam beim Publikum bestens an: Blumen und langer Beifall.

Das nächste Konzert findet am Sonntag, 18. März, 20 Uhr, im Bühnenhaus statt. Zu Gast ist die Neue Philharmonie Westfalen. Gespielt werden Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Schubert und Carl Maria von Weber.

(dk)
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