Kreis Wesel: Hoher Krankenstand in der Altenpflege im Kreis Wesel

Kreis Wesel: Hoher Krankenstand in der Altenpflege im Kreis Wesel

Muskel-Skelett-Erkrankungen sind die häufigste Ursache, gefolgt von psychischen Erkrankungen.

Pflegekräfte in der stationären und ambulanten Altenpflege sind häufiger krank als Arbeitnehmer in anderen Branchen. Das geht aus einer Auswertung der Daten von rund 36.000 AOK-versicherten Beschäftigten im Kreis Wesel für das Jahr 2017 hervor. Der Krankenstand bei Menschen, die in der stationären oder ambulanten Altenpflege tätig sind, lag überdurchschnittlich hoch bei 6,87 Prozent. Im Banken- und Versicherungsgewerbe etwa liegt der Anteil bei unter vier Prozent. Unter dem Begriff Krankenstand wird der Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen Arbeitsunfähigkeitstage verstanden. Erkrankungen, wie Muskel- und Skeletterkrankungen oder psychische Erkrankungen, waren für ein Drittel der Arbeitsunfähigkeitstage von Altenpflegekräften verantwortlich.

Insgesamt gesehen waren die AOK-Versicherten im Kreis Wesel 2017 ähnlich krank wie im Vorjahr. Der durchschnittliche Krankenstand lag bei 5,94 Prozent, im Vorjahr betrug er 6,07 Prozent. Zu diesem Krankenstand beigetragen haben jedoch nur rund 52 Prozent aller Beschäftigten im Kreisgebiet. Somit fehlten fast 48 Prozent der betrachteten Arbeitnehmer im Jahr 2017 nicht bei der Arbeit.

"Betriebliche Gesundheitsförderung spielt eine immer wichtigere Rolle, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten und Erkrankungen vorzubeugen", sagt Barbara Nickesen, Regionaldirektorin der AOK Kreis Kleve-Kreis Wesel.

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Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen oder Schulterleiden stehen als Ursache für die meisten Fehltage nach wie vor an erster Stelle. Im Durchschnitt fiel jeder AOK-versicherte Beschäftigte im Kreis Wesel im vergangenen Jahr an gut sieben Kalendertagen wegen einer Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems aus.

Auf Rang zwei der Fehltagestatistik folgen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Belastungsstörungen. "Das macht uns Sorgen", sagt Regionaldirektorin Barbara Nickesen. "Nachdem die Zahlen in dieser Diagnosegruppe in den Vorjahren stabil waren, gab es 2017 einen Anstieg von 3,3 Prozent." Damit weist rein rechnerisch jeder AOK-versicherte Beschäftigte im Kreis Wesel im Schnitt gut drei Fehltage aufgrund einer psychischen Erkrankung auf.

Auch die Zahl der Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen lag bei drei Fehltagen und ging zudem im Vergleich zu 2016 um 5,3 Prozent zurück.

(RP)