Hohe Verantwortung für Eltern

Kommentar zur Woche: Hohe Verantwortung für Eltern

Viele Eltern stehen vor der Frage, an welcher weiterführenden Schule sie ihr Kind anmelden sollen. Viel zu oft hören sie nicht auf das, was ihnen die Grundschullehrer empfehlen. Einen Gefallen tun sie ihrem Kind damit nicht.

Welche Schulform ist für mein Kind die richtige? Viele Eltern in Wesel, Schermbeck und Hamminkeln beschäftigen sich in diesen Tagen mit dieser Frage. Weil alle Eltern natürlich das Beste für ihr Kind wollen, werden sie bestrebt sein, die Schulform zu wählen, die die beste Zukunft verspricht. Zu oft lautet die Antwort also: „Geh’ mal aufs Gymnasium, dann können wir ja immer noch weitersehen.“

Die Probleme sind hausgemacht, sie sind politischer Wille. Früher gab es eine bindende Empfehlung der Grundschule. Das hatte durchaus seine Berechtigung, weil die Lehrerinnen (manchmal auch Lehrer) der Grundschule die Kinder für vier Jahre begleiteten, einschätzen konnten, welche die richtige Schule für das Kind ist. Die bindende Empfehlung wurde abgeschafft, inzwischen zählt der Elternwille. Mehr und mehr zeigt sich: Das stellt insbesondere die Gymnasien vor Probleme. Es landen zu oft Schüler auf dem Gymnasium, für die eigentlich eine andere Schulform die bessere wäre. Viele Kinder bringt das in Nöte, sogar Ängste. Sie realisieren, dass ihre schulische Leistung eigentlich nicht reicht. Mancher macht sich psychischen Druck.  Die Erprobungsstufenphase dauert lange zwei Jahre. Im dreigliedrigen Schulsystem früher gab es Chancen, Schüler früher abzuschulen. Wenn aber an den anderen Schulen Platzmangel herrscht – so war es auch in Wesel in den vergangenen Jahren –, dann müssen die Schüler ihre Jahre am Gymnasium absitzen.

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Es gibt durchaus Argumente gegen das System Gesamtschule, das alte dreigliedrige Schulsystem hatte manche Vorteile. Und dennoch ist die Gründung einer weiteren Gesamtschule in Wesel für alle Schüler, die „auf der Kippe“ stehen, eine gute Nachricht: Dieses Schulsystem lässt Raum für Leistungsschwankungen, wie sie Kinder natürlich haben dürfen.

(sep)
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