Hohe Nitratbelastung in Schermbeck

Problemfall Wasserqualität: Hohe Nitratbelastung in Schermbeck

In jeder sechsten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des  Grenzwertes. Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung.

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der Verein zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse“ (VSR) bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen seiner Informationsveranstaltungen am 2. Oktober in Dorsten abgegeben wurden. In jeder sechsten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des  Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Der Untersuchungsbereich dient der Trinkwassersorgung der Bevölkerung durch die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW), die im Bereich Schermbeck und Dorsten Brunnengalerien unterhält.

Insgesamt 43 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Milan  Toups, Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow, Projektleiter, aus dem Raum Dorsten – Schermbeck - Lembeck für die Untersuchung entgegen. „Ein Grund für die hohen Belastungen ist die intensive Landwirtschaft“, stellt Diplom-Physiker Harald Gülow fest.  Diese habe sich in den letzten zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig könne die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen. „Hier müssen vor allem die Verpächter handeln“, fordert Gülzow.  Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen. Es geht ausschließlich um private Brunnen, nicht um geliefertes Trinkwasser.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 121 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Rhade. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Altschermbeck mit 95 Milligramm pro Liter (mg/l), in Lembeck mit 68 mg/l und in Hervest mit 72 mg/l fest. „Das Wasser ist wegen  der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet“, warnt Gülzow. Besonders wichtig sei es außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werde.

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„Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung“, verweist Gülzow auf Folgen hin. Das müsse in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden.

Bürger können dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. Informationen dazu erhält man auf der Internetseite www.vsr-gewässerschutz.de

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