Wesel: Hitze zieht Massen in Aue und zum Rhein

Wesel : Hitze zieht Massen in Aue und zum Rhein

Das sonnige Pfingstwochenende sorgte für Andrang im Freibad, am Auesee und an klassischen Ausflugsorten wie dem Bislicher Fährkopf. Der gewittrige Sonntag beschäftigte die Feuerwehren kurz, aber heftig.

Hoch Wolfgang bescherte uns am Wochenende das heißeste Pfingsten seit 1981 und besonders am Sonntag Hitzegewitter mit allerlei Folgen (siehe Bericht unten). Nicht selten kletterte das Thermometer in den letzten Tagen über die 30 Grad Marke. Bei solchen Temperaturen zieht es nicht nur Weseler an den Auesee. Viele Gäste aus dem Ruhrgebiet genossen die leichte Brise am Rhein oder das erfrischende Wasser im See, um sich abzukühlen.

Gut besucht war der Auesee. Allerdings wagten nicht viele den Sprung ins noch recht kalte Wasser. Foto: Malz, Ekkehart (ema)

Der vierjährige Ben aus Bottrop machte sich am Samstag einen richtigen Männertag mit seinem Onkel in der Hansestadt. Nach einem erlebnisreichen Tag in der Stadt mit Spaghettieis und Sandburgen, stärkte er sich im Biergarten an der Rheinpromenade mit Blick auf die großen Schiffe noch mit Pommes, bevor es wieder nach Hause ging.

Typisches Bild auf dem Deich in der Aue: Ganze Kolonnen von Radfahrern rollen durchs Naherholungsgebiet Nummer eins. Foto: Malz, Ekkehart (ema)

Die fünfjährige Emilia aus Wesel war bei 30 Grad im Schatten am Samstag eine von rund 1400 Besuchern, die den Tag im Freibad mit Blick auf den Rhein verbrachte. Mutter Nadja genießt die Sonne lieber am Auesee, aber die Entscheidung, ob See oder Pool, fällte die Tochter: "Am Auesee gibt's keine Rutsche." Das Rheinbad hatte für viele noch einen Vorteil, denn mit einer Temperatur von 26 Grad ist das Wasser dort zurzeit noch rund zehn Grad wärmer als im benachbarten Auesee.

Das machte die Rettungsschwimmer von der DLRG am See besonders wachsam. Denn wie Sebastian Brandt (22) aus Erfahrung weiß, ist der Unterschied zwischen Außen- und Wassertemperatur nicht ungefährlich. "Besonders, wenn Alkohol im Spiel ist, unterschätzen viele die Gefahr des noch kalten Wassers. Da muss man ein Auge drauf haben." Glücklicherweise hatten die Wachgänger des DLRG wenig zu tun. "Wir freuen uns natürlich, dass es so ruhig ist. Am Anfang der Saison müssen sich erfahrungsgemäß viele erst einmal wieder an das Wetter gewöhnen und haben mit Kreislaufproblemen zu kämpfen", so Brandt. Vom kalten Wasser im See ließen sich Lea (16) und ihre Freundinnen nicht beeindrucken und kühlten sich zwischendurch immer wieder ab. Bereits morgens hatten sie ihre Handtücher ausgebreitet und genossen die Sonne.

Auch auf dem Deich und in Bislich am Fähranleger war wieder viel los. Georg Koch (53) aus Bottrop kommt seit 30 Jahren bei gutem Wetter gerne in den kleinen Ort am Rhein. Im Klappstuhl und in Begleitung von Astrid Sliens (50) lässt es sich am Rheinufer gut aushalten. "Wir sind gerne im Münsterland und am Niederrhein unterwegs, und vor 30 Jahren habe ich die Sackgasse zum Anleger entdeckt." Die "Keer tröch" hatte am Samstag viel zu tragen, als zahlreiche Ausflügler bereits am Morgen zur anderen Rheinseite übersetzen wollten. Eine Radtour von Xanten nach Wesel können Astrid Kassel (55) und Ernst Elmer (67) nur empfehlen. Während Kassel die linke Rheinseite mit ihren kleinen Häuschen bevorzugt, genießt Elmer, dass man von Bislich nach Rees lange Strecken auf dem Deich fahren kann. Für 2,80 Euro bringt die "Keer tröch" ihre Passagiere samt Rad hin und zurück.

(paus)
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