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Feines Vom Land Die Mobile Redaktion Der Rheinischen Post Macht Station Bei Genuss-Spezialisten: Hier kommt der Kuchen ins Glas

Feines Vom Land Die Mobile Redaktion Der Rheinischen Post Macht Station Bei Genuss-Spezialisten : Hier kommt der Kuchen ins Glas

Die RP-Genusstour macht Station beim Hof der Familie Graaf. In seinem Bauernladen bietet das Ehepaar neben regionalen Köstlichkeiten auch Kartoffeln und Eier aus eigener Produktion an. Geschmackserlebnis: selbst eingemachte Gurken.

Schermbeck Kuchen kommt ja eigentlich aus dem Ofen – nicht so bei der Familie Graaf. In ihrem Hofladen bieten Gerd und Karin Graaf eine ganz besondere Spezialität an: Kuchen aus dem Glas. Der Clou daran: Der Teig kommt roh in ein Weckglas und wird dann eingekocht. Bis zu einem Jahr ist ein solcher Kuchen im Glas haltbar und schmeckt dann immer noch frisch.

"Genial", findet Bauer Gerd Graaf im Hinblick auf eventuellen spontanen, unerwarteten Kaffeebesuch. Im Fall der Fälle muss einfach nur ein Glas gestürzt werden und fertig ist der Kuchengenuss. Mit der Idee haben es Karin und Gerd Graaf auch schon in ein Buch über den Niederrhein geschafft.

In ihrem Hofladen bieten sie den Kuchen in den Sorten Eierlikör-, Marmor- und Nusskuchen an. Im Winter ergänzt ein Rotweinkuchen das Angebot. Das genaue Rezept verrät Karin Graaf aber nicht. "Es ist ein Rührkuchen von früher", sagt sie. Sicher dürfte sein, dass auch Eier vom eigenen Hof in den Teig wandern.

600 Hühner leben hier in Bodenhaltung. Und die sind fleißig: Rund 3500 Eier legen sie in der Woche. Die Besucher der Genusstour werden dürfen. Dass das auch ein Highlight für die Ohren ist, kann man sich angesichts 600 gackernder Hühner vorstellen. Wesentlich ruhiger geht es eine Scheune weiter zu. Dort lagern die Kartoffeln der Familie Graaf. Sie tragen die wohltuenden Namen Linda, Charlotte, Belana und Quarta und stapeln sich momentan in Kisten bis zur Decke. Die Besucher des Hofes bekommen auch hier einen Einblick und dürfen sich an das Band stellen, an dem die Kartoffeln verlesen werden. "Dann können sie mal sehen, wie schwer es ist, keine grüne Kartoffel zu übersehen", sagt Gerd Graaf.

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Apropos grün. Das Aushängeschild des Bauernladens, der sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Kuhstalls – die Tiere hatte die Familie 1999 abgeschafft – befindet, sind die süß-sauren Gurken, die nach einem alten Hausrezept eingemacht werden. Das Rezept stammt von Karin Graafs Schwiegermutter. "Den Geschmack kann man so sonst nicht mehr kaufen", weiß die gelernte Bürokauffrau aus Ringenberg, die seit der Hochzeit 1975 mit ihrem Mann auf dem Hof in Schermbeck lebt. 6000 Gläser der aus Büderich stammenden Gurken werden so pro Jahr eingemacht und auch auf Märkten verkauft. Im Juli und August fällt die Hauptarbeit an. "Dann sind wir in der Sauren-Gurken-Zeit", erklärt Karin Graaf und lacht.

Diese Gürkchen sowie auch das mit Rübenkraut und Buttermilch gemachte Vollkornbrot erwarten die Besucher im Hofladen neben vielen anderen regionalen Leckereien. Darunter auch Rote Bete – und zwar eine alte Sorte, die die Familie Graaf anbaut. Diese ist übrigens nicht rund, wie man es heutzutage gewohnt ist. Wie die Rote Bete aussieht, das und vieles mehr können die Teilnehmer der Genusstour auf dem Hof Graaf entdecken.

(RP)