Wesel: Heuss-Brücke wieder eine Großbaustelle

Wesel: Heuss-Brücke wieder eine Großbaustelle

Autofahrer müssen sich auf starke Einschränkungen vorbereiten. Nach den Osterferien wird der B 70-Zubringer in Wesel zur Einbahnstraße.

Die Osterferien sollten wesentliche Behinderungen durch die Großbaustelle auf der Theodor-Heuss-Brücke abfedern, doch daraus wird nichts. Der vor wenigen Tagen für den 19. März angekündigte Baustert verzögert sich. Erst am Montag, 9. April, soll es losgehen können. Wie Michael Blaess vom städtischen Planungsamt sagt, ist der zuletzt überaus strenge Frost die Ursache. Er habe das gesamte Bauhandwerk in Terminnöte gebracht. So wird die für sechs Wochen angesetzte Baustelle nun komplett außerhalb der Schulferien den Verkehr auf dem B 70-Zubringer und der Umleitungsstrecke beeinträchtigen.

Die Theodor-Heuss-Brücke ist ein neuralgischer Punkt für den überregionalen West-Ost-Verkehr. Insgesamt gut 12.000 Kfz rollen täglich über die Heuss-Brücke. Der Lkw-Anteil liegt bei sieben Prozent. Komplett gesperrt wird die Brücke nicht. Laut Gerd Füting vom Ordnungsamt können Radfahrer und Fußgänger sie weiterhin in beide Richtungen nutzen. Auch soll der Kfz-Verkehr einschließlich Lkw stadteinwärts weiter möglich bleiben. Stadtauswarts aber wird die Verbindung gekappt und stattdessen die Umleitung zur Ebert-Brücke und Schermbecker Landstraße (B 58 und A 3) sowie zur Hagerstownstraße und Brüner Landstraße (B 70) eingerichtet. "Wir haben da keine Alternative und müssen abwarten, wie sich das entwickelt", sagt Füting. "Ob man punktuell etwas verbessern oder beschleunigen kann, werden wir sehen." Mit Blaess hofft er, dass die vorgesehenen sechs Wochen Bauzeit reichen. Die Bauarbeiten sind nötig, da Schäden im Brückenüberbau das gesamte Bauwerk gefährden können. Es geht um die Kappenoberseiten des Rad- und Gehwegs. Sie weisen Fehlstellen im Beton, Abplatzungen und Querrisse sowie gerissene Fugen auf. All dies könnte sich langfristig negativ auswirken. 150.000 Euro kosten die Stadt das Abstemmen loser Betonteile, der Korrosionsschutz der Betonbewehrung, das Verpressen von Rissen mit Epoxydharz, das Instandsetzen von Betonschäden und die Fugensanierung.

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Dass die stark belastete Heuss-Brücke immer wieder im Krankenstand war, zeigt ein Blick in ihrer Patientenakte. Als Ersatz für einen beschrankten Bahnübergang wurde die Spannbeton-Brücke 1966 errichtet. 2001 und 2002 stand die Erneuerung des Überbaus mit Fahrbahn, Rad- und Fußweg auf dem Programm. 2004/2005 sind die Lager ausgewechselt und Brückenteile verstärkt worden. Zwischen 2009 und 2013 wurden unter anderem schadhafte Betonteile, Pfeiler und Stützwände saniert. In den Osterferien 2014 war die Brücke wieder Baustelle. Der damals mit 60.000 Euro angesetzte Einbau neuer Dicht- und Dehnprofile sollte verhindern, dass Wasser und Tausalz eindringen. Unvorhergesehenes kam hinzu, die Bauarbeiten zogen sich in die Länge. 2015 gab es in einer Prüfung die Note 2,5, was als noch ausreichender Zustand galt. Im Juni 2017 hatte die Politik im Weseler Stadtentwicklungsausschuss dann das Paket für das heute anstehenden Projekt auf dem Tisch.

Die Hauptlast per B 58-Ortsdurchfahrt trägt zwar die Friedrich-Ebert-Brücke über die Bahnstrecke Emmerich-Oberhausen. Doch starke Ströme von Berufspendlern, Lieferanten und Schülern nutzen gerne auch die Verbindung vom innerstädtischen Ring über Isselstraße und Brüner Landstraße zur B 70. Die Unterführung Kurt-Kräcker-Straße und die Brücke Nordstraße spielen als Ausweichstrecken nur untergeordnete Rollen. Der von der Heuss-Brücke wegen der Arbeiten verdrängte Verkehr wird vorrangig die Schermbeck Landstraße (B 58) zusätzlich belasten.

(fws)