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Heribert Hölz ist weiter auf der Suchen nach Unterstützern für Bosnien

Heribert Hölz : Der unermüdliche Wohltäter

Heribert Hölz’ (78) Einsatz für die Bosnienhilfe ist legendär. Die Menschen zählen auf den treuen Unterstützer. Der Spendenfluss darf nicht versiegen. Hamminkeln und Wesel helfen.

Er ist unermüdlich und auf seine eigene hilfreiche Art so etwas wie legendär. Er hat sein Leben in Verse gefasst und für die Gedichte als bekannter „Caritäter“ vom Recklinghäuser Pfarrer Heinrich Bücker lobende Worte bekommen.  Denn Herbert Hölz (78) ist der Caritas und ihrer Arbeit eng verbunden, war es lange beruflich, vor allem aber ist er bekannt für seinen andauernden Einsatz für die Bosnienhilfe. Er ist der treueste und meist einzige Unterstützer, auf den die Menschen im armen Balkanstaat setzen.

„Es ist ein wunderschönes Gefühl zu wissen, dass es jemanden gibt, der dir in schweren Zeiten hilft, dich unterstützt“, hat ihm Franziskanerpater Ivica Matic geschrieben. Damit das Gefühl bleiben kann, versucht der Neukirchen-Vluyner Hölz den Spendenfluss zu verstetigen. Auch in Hamminkeln, wo er mit der Grundschule Hamminkeln zusammenarbeitet, und in Wesel.

Ein schwieriges Unterfangen, denn Bosnien schafft es nicht in die Schlagzeilen. Bittere Armut mitten in Europa, das können sich viele potenzielle Spender nicht vorstellen. Der Balkankrieg ist seit 28 Jahren beendet, warum soll es nicht aufwärts gehen?  „Wir hören nichts in den Medien von Bosnien, die Leute vergessen das Land. Das ist ein Problem.“ Heribert Hölz ist seit 28 Jahren der Motor der Bosnienhilfe und regelmäßig unterwegs auf Hilfsaktionen. „Bosnien lässt mich nicht los“, sagt er. Und deshalb hofft er, dass die Niederrheiner seiner andauernden Spendenappelle nicht müde werden.

Herbert Hölz ist auch ein Rechner. Es geht ihm durchaus ums Geld, ums Geld für gute Zwecke. „Jährlich bringe ich den Bedürftigen zwischen 120.000 und 150.000 Euro. In 28 Jahren summierten sich so Millionen“, sagt er. Im letzten Oktober hat er 70.000 Euro an verarmte Dorfbevölkerung verteilt, im April waren es 80.000 Euro für Projekte. Manchmal geht es nur darum, Schafe oder Ziegen für Kleinbauern zu beschaffen. Fünf Schafe zum Preis von je 130 Euro und ein Bock (150 Euro) sind für Kleinbauern eine Überlebenshilfe.

Manchmal wird eine Suppenküche bezuschusst. In Budzak, Ortsteil von Banja Luka und als Spätfolge eines schweren Erdbebens vor 50 Jahren immer noch daniederliegend, gab die Schweizer Caritas die Suppenküche auf. Hölz war der Rettungsanker, 30.000 Euro waren nötig. Die Bosnienhilfe gab auch 25.000 Euro für die Alten- und Krankenhilfe. Viele Rentner bekommen vom Staat nur 25 Euro im Monat. Familienpatenschaften, das älteste Projekt, sichern für 300 Euro pro Jahr das Überleben.

Seine Spendenbilanz kann der Bosnienhelfer genau belegen. Seine alte, braune lederne Geldtasche ist in Sarajewo ins Museum gewandert. Ein Symbol für ankommende Hilfe. In die Politik hat Hölz kein Vertrauen, die sei korrupt und zerstritten, weiß der Landeskenner.  „Politisch ändere ich nichts, aber ich kann Hilfe leisten“, sagt Heribert Hölz.

Spürbare Unterstützung der Politik sei ausgeblieben. Deswegen setzt Hölz auf Hilfe zur Selbsthilfe, und dafür braucht er finanzielle Unterstützung. Die versucht er durch unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit zusammenzubekommen. Wesel und Hamminkeln seien ganz wichtig geworden, damit der Spendenfluss nicht versiegt.