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Hamminkeln: Heizen mit Hackschnitzeln

Hamminkeln : Heizen mit Hackschnitzeln

Gartenbaubetrieb von Mulert mit neuem Standbein: Für 200.000 Euro errichtet die Hamminkelner Firma eine 1400 Quadratmeter große Lagerhalle für geschreddertes Holz. Die Nachfrage nach dem günstigen Brennstoff ist groß.

Autofahrern, die auf der B 473 zwischen Hamminkeln und Wesel unterwegs sind, ist sicherlich das mächtige Stahlgerüst auf dem Areal der Garten- und Landschaftsbaufirma von Mulert aufgefallen. Immer wieder werden die Brüder Alexander (41) und Christoph von Mulert (45) auf den Neubau angesprochen. "Wir errichten hier eine Lagerhalle für Waldhackschnitzel", erklärt Alexander von Mulert der RP auf Anfrage. Gut 200.000 Euro investiert das Unternehmen in das Objekt, das in gut zwei Monaten komplett fertig sein soll.

Dass die rund 1400 Quadrameter große Halle eine Firsthöhe von mehr als zwölf Metern aufweist, hat einen Grund: "Sie muss so hoch sein, damit Lkw die Ware auskippen können." Unter Hackschnitzeln muss man sich geschredderte Rinde, Äste und Holzstämme (maximal 40 Zentimeter Durchmesser) vorstellen, die in Spezialöfen verheizt werden.

Zahlreiche Anfragen liegen vor

Vor allem Landwirte, Kommunen und Unternehmen setzten in Zeiten explodierender Energiepreise auf diese alternative und kostengünstige Heizform. "Wir haben schon zahlreiche Anfragen. Beispielsweise von den Stadtwerken in Ratingen und einer Behindertenwerkstatt in Moers", erklärt Alexander von Mulert, der natürlich selbst mit Hackschnitzeln heizt und so für wohlige Wärme in den eigenen vier Wänden sorgt. Auch einige Privatpersonen, die über genügend Lagerfläche verfügen, beliefert er bereits.

Das nachwachsende Heizmaterial stammt aus heimischen Wäldern, die die Firma in den vergangenen Jahren erworben hat. "Der Handel mit den Waldhackschnitzeln ist für uns ein zusätzliches Standbein und ergänzt optimal unser bestehendes Angebot", ist Alexander von Mulert überzeugt.

Alles trocknet ganz natürlich

Die Lagerhalle bekommt übrigens keine Mauern, sondern bleibt offen, so dass der Wind durchziehen und das Material auf natürliche Weise trocknen kann. Damit aufsteigender Wasserdampf entweichen kann, wird ein überdachter Lüftungsfirst errichtet. Dass sich die Investition auf Dauer rechnet, daran haben die Gebrüder von Mulert keine Zweifel. "Bei den steigenden Gas- und Ölpreisen sind wir überzeugt, dass sich diese Sache langfristig auszahlt."

(RP)