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Handel in Wesel: Erweiterte Öffnung ab Montag, 27. April

Corona-Regeln ab Montag weiter gelockert : Abtrenn-Regel hilft Handel in Wesel

Das Modegeschäft Mensing kann aufatmen, auch der Kaufhof und der Elektromarkt Expert profitieren: Ab Montag dürfen auch Geschäfte über 800 Quadratmeter durch Teilsperrungen öffnen. Die Bürgermeisterin sieht Wesel durch seine breite Fußgängerzone im Vorteil.

Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Normalität für den lokalen Einzelhandel – in Wesel sorgt er für große Erleichterung: Ab dem kommenden Montag dürfen Geschäfte, deren Fläche eigentlich größer ist als 800 Quadratmeter, wieder öffnen. Voraussetzung ist, dass die Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzt wird. Damit ist auch in NRW möglich, was in anderen Bundesländern seit Tagen schon praktiziert wird. Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) begrüßt die neue Regelung. In einem Schreiben an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte sie genau dies in der vergangenen Woche gefordert.

Eine Auflistung der Weseler Stadtverwaltung zeigt, welche Geschäfte nun profitieren: 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche und mehr haben etwa die Geschäfte Kaufhof, H&M, Mensing und Thomas Philipps. Bei über 800 Quadratmeter liegen die Geschäfte C & A, Action und Expert.

Im Falle des Modehauses Mensing, das derzeit ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchläuft, hat die aufgrund der Corona-Krise erfolgte Zwangsschließung eine besondere Dramatik. Die Filialleiterin Sabine Ostrop freut sich entsprechend über die Nachricht aus Düsseldorf: „Wir sind bestens vorbereitet“, teilweise sei das Sortiment von der oberen Etage ins Erdgeschoss verfrachtet worden. Am Montag hatte das Bottroper Unternehmen Mensing der Stadtverwaltung Wesel per schriftlicher Begründung mitgeteilt, dass man die untere Etage öffnen werde.

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Insgesamt hat Mensing 2700 Quadratmeter Fläche, verteilt auf drei Etagen, die untere ist die kleinste mit 670 Quadratmetern. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die immer wieder die Wichtigkeit dieses Modehauses für Wesel betont hatte, wandte sich dann mit der Bitte um Einschätzung an das Land NRW, auch an den Kreis Wesel. Es habe keine Reaktion gegeben, sagt Westkamp.

Letztlich musste die Weseler Verwaltung Mensing dann schriftlich mitteilen, wie die Regelungen im Land NRW sind, dass Mensing mit seiner großen Verkaufsfläche trotz mehrerer Stockwerke nicht öffnen dürfe. „Wir haben schriftlich die Rechtslage mitgeteilt“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Das Unternehmen reagierte; auch weil hohe Strafen drohen, wenn gegen die Regeln verstoßen wird. Am Dienstag war Mensing nicht mehr geöffnet. Entsprechend groß ist dort nun die Zufriedenheit, dass ab kommenden Montag das Geschäft doch öffnen darf – mit Abtrennung eines Teilbereichs. „Das lässt sich alles umsetzen“, sagt Sabine Ostrop, die darauf setzt, dass ab 4. Mai wieder normale Öffnungsregeln gelten.

Wesel sei mit seiner 700 Meter langen und bis zu 20 Meter breiten Fußgängerzone sehr gut aufgestellt, betont Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Die Menschen würden hier nicht so dicht gedrängt laufen wie etwa in historischen Altstädten. Geschäfte wie der Kaufhof und Mensing hätten breite Gänge und ideale Voraussetzungen, Teilbereiche abzutrennen.

Vor neue Herausforderungen ist der Handel ab Montag gestellt, wenn ein Zutritt nur noch dann gewährt werden darf, wenn der Kunde eine Maske trägt. Auch dies hat das Land NRW in einer neuen Verordnung zur Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in Geschäften veranlasst. Auch an dieser Stelle kritisiert Bürgermeisterin Ulrike Westkamp allerdings das Vorgehen des Landes. Auch hier ziehe die NRW-Landesregierung wieder nach, es gebe kein einheitliches Vorgehen, kritisiert Westkamp. „Das ist wieder nur Stück­werk.“ Kritisch sehe sie zudem, dass es zwar in Handel und ÖPNV eine Maskenpflicht gebe, nicht aber in den Schulen. Mit dem 23. April öffnen in NRW die Schulen wieder für die Abschlussklassen. Eine Maskenpflicht wird dort aber nicht bestehen. Westkamp rechnet damit, dass NRW wieder nachzieht.

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