Nach tödlichen Unfällen an der Bahnlinie Info-Abend zum „Bocholter“ soll offene Fragen klären

Hamminkeln · Viel wurde nach den tödlichen Unfällen an der Bahnlinie über die Sicherheit gesprochen. Es folgte einige Maßnahmen - doch nicht alle kommen gut an. Nun will die CDU bei einem Info-Abend mit Bernd Reuther den Stand der Dinge aufarbeiten.

Auf der Bahnstreckes des „Bocholters“ ab es bereits einige Unglücke, wie hier im Jahr 2020 als an dem unbeschrankten Bahnübergang Lankernbrok in Dingden-Lankern ein Pkw mit drei Insassen von einem Zug erfasst wurde.

Foto: dpa/Arnulf Stoffel

Die Bahnstrecke des „Bocholters“ war lange Zeit als Unfallstrecke bekannt. Mehrere tödliche Zusammenstöße an Bahnübergängen sorgten immer wieder für Schlagzeilen. Am Sicherheitsthema wurde gearbeitet mit verschiedenen Maßnahmen, aber die vom Weseler Bahnhof über Hamminkeln und Dingden bis Bocholt reichende Bahnlinie steht weiter auf der Agenda, was zusätzliche Maßnahmen betrifft.

Dazu kommt das neue Warnsignal des „Bocholters“, das Sicherheit an den Übergängen schaffen soll, aber wegen des Lärms schon zu Protesten geführt hatte. Nun bringt die CDU Dingden das „Bocholter“-Thema wieder auf die Agenda. Für Montag, 26. Februar, 18 Uhr lädt sie zum Informationsabend zu den Bahnübergängen ein. Ort ist die alte Lankerner Schule, Lankerner Schulweg 2.

Verkehrspolitiker sitzen ebenfalls auf dem Podium: Bernd Reuther (FDP) aus Wesel, im Bundestag Sprecher seiner Fraktion für die Verkehrspolitik und im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG, Klaus Vossum (CDU), im Landtag für Verkehrspolitik zuständig, und die heimische Abgeordnete Charlotte Quik aus Brünen.
„Aktuell unterbrechen ab und an mehrtägige Sperrungen das Dauerhupen auf der Bahnstrecke zwischen Dingden und Bocholt. Das ist sehr wohltuend, denn es gibt ein Gefühl dafür, wie lebenswert es an der Bahnstrecke sein kann“, sagt Bernhard Boland vom CDU-Ortsverband Dingden.

Dass an den fünf unbeschrankten Bahnübergängen in Lankern und Dingden die Lokführer nach tödlichen Unfällen aus Sicherheitsgründen angehalten sind, mehrfach das Hupsignal zu betätigen, sei „einfach laut, störend, nervig“. Aber das andere ist: „Seit Jahren wird über Maßnahmen gesprochen, um die Bahnübergänge anders zu sichern, so dass es größtmögliche Sicherheit gibt und das nervtötende Hupen aufhört.“

Im vergangenen Sommer hatte sich zuletzt Ministerpräsident Hendrik Wüst an die Deutsche Bahn gewandt und sich eingesetzt. Das haben die örtlichen Christdemokraten gerne gesehen. Andersrum: die aktuellen Fragen der Dingdener für den Info-Abend zur Bahnlinie sind alte Bekannte. Sie heißen: Wie ist der aktuelle Status der Maßnahmen? Welche Behörden machen welche Vorarbeiten? Wann werden die Übergänge neu gesichert? Wie können die in nächster Zeit anstehenden Sperrungen der Bahnstrecke im Rahmen des Betuwe-Ausbaus für Baumaßnahmen in Lankern genutzt werden? „Mit Experten aus Land und Bund wollen wir darüber sprechen. Wir erhoffen uns neue Informationen“, heißt es verhalten hoffnungsfroh.