Hamminkeln: Hamminkelns König brauchte Geduld

Hamminkeln : Hamminkelns König brauchte Geduld

Ein hartnäckiger Holzspan machte den Vogelschuss in Hamminkeln zum echten Krimi. Der 195. Schuss saß dann endlich.

Leise rieselt der Span. So könnte man in etwa das Vogelschießen des Männerschützenvereins Hamminkeln beschreiben. Nachdem bereits früh der Vogel heruntergefallen war, blieb ein Holzklotz noch hoch oben in dem Kasten hängen. Span für Span schossen Heinz-Friedrich Kamps und Helmut Berning diesen ab. Denn erst wenn kein Holz mehr zu sehen ist, wenn der Vogelkasten in seinem Weiß erstrahlt, erst dann ist der neue König gefunden. Udo Berning, Präsident und Vorjahreskönig, schaute gelassen dem munteren Duell zu. "Desto länger darf ich König bleiben", stellte er nicht ohne Stolz fest und schaut gleichzeitig gebannt Richtung Vogelstange.

Auch in diesem Jahr hatten Markus Feldmann und Karl-Heinz Berning die bunten Holzvögel angefertigt. Ein paar Wolken waren an diesem Sonntagmittag schon zu sehen, und auch ein paar Tropfen fielen auf die geduldig wartenden Schützen und Besucher auf dem Festplatz am Sportpark im Mühlenrott. Doch das Zelt und der Fallschirm boten Schutz. Das Blasorchester Bocholt saß in einem kleinen Unterstand, und auch die Schützen hatten ein Dach über dem Kopf. Die Voraussetzungen stimmten. "Das kann nicht wahr sein", raunte es, als gegen 13.52 große Teile des Vogels herunter rieselten. Und gefolgt von einem "Kennerblick" kam auch prompt die erneute Feststellung: "Ein Stückchen hängt immer noch." Spannender kann so ein Duell nicht sein. Nach dem nächsten Holzspan dann die Einschätzung: "Jetzt wird es ernst." Und tatsächlich. Keine zwei Minuten später war es vollbracht. Der 195. Schuss saß. Mit einem kräftigen "Ja-Mann" schrie Heinz-Friedrich Kamps seine Freude heraus. Er ballte die Faust, ein fairer Händedruck mit dem Kontrahenten und wenige Sekunden später war er umringt von Gratulanten. "Wo ist denn meine Königin", fragte er in die Runde.

Jutta Berning wird nun als Königin für ein Jahr an seiner Seite sein. Und auch der Hofstaat steht schon fest. Schließlich ist es der dritte Anlauf. Mit dabei sind Helmut Berning und Birgit Kamps, Klaus und Annette Koprofski, Ralf Kolbrink und Sabine Follmann, Volker und Iris Nagel sowie Oliver und Silke Eichelberg. Bereits im vergangenen Jahr sollte es passieren. Da jährte sich Kamps Jungschützenkönigzeit zum 25. Mal. Nun ist es die 26 geworden. "Wie bei Udo", lacht Kamps und stellt noch einmal fest: "Ich war dran."

(ste)
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