Hamminkeln: Zehnjähriger aus Dingden schreibt Ritterbuch

Hamminkeln : Zehnjähriger aus Dingden schreibt Ritterroman

Leonard Neß mag Ritter. Jetzt hat er das Buch „Schwarzbergritter“ verfasst. Seine Eltern Sandra und Norbert Neß unterstützen ihn.

Leonard ist zehn Jahr alt. Er mag Sport (Fußball und Kampfsport), er spielt Keyboards zusammen mit drei Freunden aus der Klasse 4 b der Grundschule Hamminkeln in einer Band mit dem schönen Namen „Flammenbrüder“. Und er hat soeben sein erstes Buch herausgebracht. Das wiederum hat mit einer anderen Vorliebe des jungen Dingdeners zu tun. Er liebt Ritter und Burgen, sieht gerne Ritterfilme, in denen es nicht unbedingt ritterlich, sondern kämpferisch zugehen darf. Spannende Geschichten fallen Leonard so zwischendurch ein. Seine Mutter Sandra Neß bemerkte eines Tages, dass ihr Sohn ausdauernd Texte in die winzige Tastatur seines Smartphones tippte. Beiläufig schrieb der Zehnjährige an seinem „Erstling“. Das Buch mit dem Titel „Schwarzbergritter“ wuchs, die Eile, es fertigzustellen, auch. Der Viertklässler wollte es unbedingt seiner Klassenlehrerin Beate Stange zum Abschied schenken, bevor er zum Kapu nach Bocholt wechselt. Es hat geklappt.

Sandra Neß freut sich darüber, dass ihr Sohn mit Ausdauer seine Rittergeschichte zu Ende gebracht hat. Unterstützung war ihm gewiss. Norbert Neß, bekannt auch als Hamminkelns CDU-Parteivorsitzender, hat ihm einen alten PC hingestellt, weil der zum Schreiben schneller und komfortabler ist. „Sein Ehrgeiz war, das Büchlein bis zum Ferienbeginn fertigzustellen. Da wollte ich helfen“, erzählt er. Aber nicht, um eine pädagogische Regel im Hause Neß zu opfern. Für die Kinder gelten begrenzte PC-Nutzungszeiten von je 30 Minuten, und die sollten weiter gelten. Doch wenn ein Autor so richtig im kreativen Fluss ist, ist die Minutenschranke hinderlich. Leonard bat dann per elektronischer Nachricht um Aufschub. Meist bekam er die Freigabe. Leons Rekord: Er schrieb zehn Seiten an einem Tag. Respekt.

Seine Geschichte geht zügig voran, mit viel Fantasie und jungen Dialogen. Sie erzählt vom Kampf der Schwarzbergritter gegen die Drachenfelser. Die fünf Helden Lenc, Cley, Henry, George und Jim erleben ein großes Abenteuer und müssen sich einer gegnerischen Ritterdynastie erwehren. Fünf Charaktere, mit denen man viel anstellen kann, um eine Erzählung richtig lebendig zu machen. Das Schreiben hat Leonard so viel Spaß gemacht, dass er sich schon neue Geschichten ausdenkt. „Ich will noch einen zweiten Teil schreiben“, sagt er. „Und dann einen dritten, vierten , fünften …“ So viel Schaffenslaune soll man nicht aufhalten, besonders wenn einer „Deutsch“ als sein Lieblingsfach angibt.

Dieser Antrieb hat sicher auch damit zu tun, dass Norbert Neß am PC den Text gesetzt hat, um ihn bei einem Selfpublishing-Anbieter drucken zu lassen. Gut, dass Leonard gerne Grafikdesigner werden will und sich gleich drangesetzt hat, den Buchtitel zu gestalten. Eine Burg und ein geheimnisvolles altertümliches Wappen mitsamt einem Ritterhelm zieren nun das Cover. „Ich habe mir sehr viel Mühe gemacht und am Tablet gezeichnet. Papa hat dann eine PDF daraus gemacht“, erzählt Leonard.

Da bot es sich an, die Geschichte nicht nur exklusiv an Lehrerin Stange zu überreichen, sondern auch im Buchhandel anzubieten. Die erzählten Taten der listenreichen Kämpfe und mutigen Männer gibt es bei Heike Kammer in Hamminkeln an der Diersfordter Straße 4 für 4,99 Euro. Eine schöne Bestätigung für Leonard. Sandra Neß findet: „Alle sagen, die Kinder daddeln nur und lesen nicht. Ich bin schon stolz, dass Leonard eine richtig schöne Geschichte geschrieben hat.“

(thh)
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