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Hamminkeln will das Nachttaxi für junge Leute fahren lassen

Für eine sichere Heimfahrt : Hamminkeln will Nachttaxi fahren lassen

Junge Menschen bekommen an Wochenende ein Heimfahrangebot. Das lässt sich die Stadt 20.000 Euro im Jahr kosten. Der Bürgermeister sieht darin auch eine Attraktivitätssteigerung der Stadt.

Die Stadt Hamminkeln wird sich an dem Nachttaxi-Angebot des Kreises Wesel beteiligen. Das hat der Rat jetzt beschlossen. Angesichts des ausgedünnten Nahverkehrsangebots in der Flächenkommune sollen junge Leute sicher und preisgünstig von der Disco oder von Festen nach Hause kommen können – zu vergünstigten Preisen.

Rund 20.000 Euro Jahreskosten könnten auf die klamme Stadt zukommen, bisher gibt es nur eine Schätzung. Der Sicherheitsaspekt ist für Bürgermeister Bernd Romanski nicht der einzige. „Ich meine, das Geld rechnet sich. Wir müssen junge Leute gut behandeln, damit sie in der Stadt bleiben oder gerne hier leben wollen, wenn sie beruflich Fuß gefasst haben.“ Die jungen Leute sollten „nicht denken, dass sie hier irgendwann tot über dem Zaun hängen“.

Ob das Nachttaxi der richtige Weg zur Attraktivitätserhaltung des Lebensmittelpunktes Hamminkeln ist war im Rat zumindest bei der USD umstritten. Wie deren Fraktionsvorsitzender Helmut Wisniewski meinte, sollten die Nutzer das Taxi selbst bezahlen. Und: „Die Niag zieht sich raus, und wir müssen zahlen.“ „Voll gut“, fand hingegen Johannes Flaswinkel (Grüne) das Nachttaxi. Bernd Störmer (SPD) sah es so: „Ein Angebot des Kreises, dass man nicht abschlagen kann.“ Aber auch er erkannte den insgesamt ungelösten Konflikt, weil der öffentliche Personennahverkehr auf dem Land immer mehr gekappt werde.

Allerdings rollt das Nachttaxi mit dem Beschluss noch nicht. Die Stadt hat so nur die Einführung eines Nachttaxis für den Kreis Wesel befürwortet, und wird der Kreisverwaltung den Bedarf eines Nachttaxis für junge Menschen im Bereich der Stadt Hamminkeln mitteilen. Wegen der Lage der Hamminkelner Ortsteile im Grenzbereich zu den Kreisen Kleve und Bocholt will man die preisbezuschussten Fahrten auch für die Anbindung von Rees/Haldern oder Bocholt nutzen.

Bei Jugendlichen ist der Mangel an Busverbindungen durchaus Thema. Bei einer Debatte an der Heinrich-Meyers-Realschule Hamminkeln wurde ein gutes Nahverkehrsangebot an Wochenenden gefordert. Die Jugendtreffs in der Stadt bestätigten, dass es an solchen Busverbindungen für Jugendliche mangelt.