Hamminkeln: Vortrag im Pflegeheim über Notfalldosen, die Leben retten

Vortrag in Hamminkelner Pflegeheim : Notfalldosen können Leben retten

„Gesund älter werden mit ärztlichem Rat“ heißt die Reihe beim Forum Senioren. Der Mediziner André Terhorst informierte, der Lions Club sponsert 500 Notfalldosen.

Im Notfall muss es schnell gehen. Es zählt dann oft nicht nur jede Sekunde, sondern auch der schnelle Einsatz von Arzt und Sanitätern. Und die können am besten handeln, wenn sie über Informationen über den jeweiligen Patienten verfügen. Welche Vorerkrankungen liegen vor, welche Medikamente werden genommen, gibt es Allergien oder Einschränkungen?

Eine einfache und zielführende Lösung bietet die Notfalldose, in der Notizen mit den wichtigsten Angaben stecken. André Terhorst aus Brünen sprach darüber vor dem Forum Senioren im St.-Christophorus-Haus in Hamminkeln. Der Sprecher des Forums Senioren, Peter Mellin (88), begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und freute sich, dass Notfalldose und Notfallpass dem Publikum präsentiert werden konnten.

Ebenso begrüßte er Theo Büning, Präsident des Lions Clubs Hamminkeln, der bekannt ist für seine Sponsorentätigkeit und der fachlichen Rede gleich Taten folgen ließ. Denn für diese und zukünftige Veranstaltungen des Forums haben die Lions 500 Notfalldosen finanziert. Besagte Dose wurde dem Forum Senioren von der Landes-Seniorenvertretung Münster (LSV) zur Seniorenmesse 2018 in Dortmund präsentiert. Auch ist sie bei den Feuerwehr- und Rettungskräften mittlerweile bekannt.

In der Reihe „Gesund älter werden mit ärztlichem Rat“ berichtete Terhorst vom einfachen Prinzip, das im Notfall per Dose greift. Der Clou ist: Der kleine grün-weiße Behälter wird immer im Kühlschrank aufbewahrt, obwohl er nichts enthält, was zu kühlen wäre. Er sollte gut sichtbar in der Kühlschranktür platziert werden. Erstens besitzt wohl jeder einen Kühlschrank, zweitens sind die Retter darauf trainiert, dort nachzusehen. Ein Aufkleber auf der Kühlschranktür sollte zudem auf die Dose hinweisen.

In den Behälter steckt der Patient ein Formular mit Angaben zu Vorerkrankungen, Medikamentengabe und Telefonnummern von Angehörigen und dem Hausarzt. Terhorst stellte zudem den neu herausgegebenen Notfallpass des Forums Senioren vor. Die Notfalldose ergänzt seiner Meinung nach perfekt das Notfallsystem für die Menschen, die in eine schlimme gesundheitliche Situation geraten. Der Notfallpass greift, wenn lebensrettende Maßnahmen unterwegs nötig sind, und die Notfalldose ist wichtig, wenn Vorfälle zu Hause eintreten.

Die Information über die Dose hätte sich seit über zwei Jahren zu einem etablierten System bei den Rettungsdiensten entwickelt. Der Mediziner empfahl ebenfalls dringend, eine Patientenverfügung zu verfassen. Genau sollte man sich überlegen, welche Punkte darin angekreuzt beziehungsweise ausgewählt werden. Im Zweifelsfall empfiehlt er jede Maßnahme zu erlauben, denn wenn eine Patientenverfügung zum Tragen kommt, sind meist nur noch lebenserhaltende Maßnahmen oder eine palliative Versorgung möglich. Ebenso empfiehlt er diese Patientenverfügung an Bekannte, Freunde und Familie weiterzugeben. Personen über 80 Jahre sollten die Patientenverfügung jedes Jahr, Personen unter 80 Jahren alle zwei Jahre unterschreiben.

Notfalldosen und -pässe wurden am Ende der Veranstaltung an die anwesenden Besucher verteilt.

Die Notfalldose kann auch zu den Sprechzeiten des Sozialamtes bei Sabine Busch im Hamminkelner Rathaus, Zimmer 24, abgeholt werden. Weitere Infos unter der Telefonnummer 02852 880 (Stadtverwaltung).

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