Hamminkeln: Tango-Poesie im Zelt auf der Kulturwiese

Hamminkeln : Tango-Poesie im Zelt auf der Kulturwiese

Alma de Arrabal verbreiten mehr als nur einen Hauch von Buenos Aires bei den Marienthaler Abenden.

Das melancholisch gespielte Akkordeon schmiegt sich sanft an die tiefen Zupfklänge des Kontrabass und die Becken des Schlagzeugs werden dazu mit den Besen zum voluminösen Klingen gebracht – mit diesem Kolorit begann der gelungene Tangoabend der Formation Alma de Arrabal in Marienthal.

„Wir wollen einen Hauch von Buenos Aires verbreiten“, ist einer der ersten Sätze ans gutgelaunte Publikum, das im durchaus kühl anmutenden Zelt Platz genommen hatte. Plötzlich schlenderte „Maria de Buenos Aires“, die ausdrucksstark besungen wurde, durchs Hafenviertel La Boca. Man vermochte sogleich ins argentinische Barfeeling einzutauchen und genoss feine Melodien von Astor Piazzolla und anderen Tangogrößen. Durch die kleinen, poetischen Moderationen vor und zwischen den Musikstücken gelang es Alma de Arrabal, das Publikum im Handstreich mit auf eine interessante und emotionale Reise durchs Reich der Tangomusik zu nehmen.

Man erlebte Songs, die vom spontanen Verlieben in den Straßen der argentinischen Hauptstadt handelten oder die bedrückende Leichtigkeit eines armen Straßenlebens zeichneten. Auch ein Kazoo (Membranophon) und diverse Perkussionsinstrumente kamen zum Einsatz. Mit einer „Milonga triste“ präsentierten die vier Künstler auch ein Stück, das den Schwermut und die Traurigkeit, die Tangomusik haben kann, erlebbar machte. Natürlich gab es auch Ausflüge in weniger bekannte Bereiche, wie den französischen Tango. Auf jeden Fall überwogen Heiterkeit und Freudenklänge im Repertoire von Alma de Arrabal. Heiß die Musik, verwegen der Gesang, poetisch die Textübersetzungen. Dass da den drei Instrumentalisten und der Sängerin der Schweiß in Strömen von der Stirn rann und die Spielkunst und Freude vom Publikum mit dankbarem Applaus belohnt wurde, war an diesem Sommerabend in Marienthal keine Überraschung. Dafür vermochte der fünfte Kulturabend der Saison mit gekonnt, frischen und niemals leblos oder seelenlos klingenden Liedern zu überraschen. Die Akteure waren Franz Schwarznau (Kontrabass/Gitarre), Hannes Malkowski (Schlagzeug/Perkussion), Gianna Kancheva (Akkordeon) sowie Beate Furcht (Gesang/Moderation).

Auch im zweiten Teil des Konzertes, zu dem die rund 180 Besucher mit Hilfe des schon traditionellen Pausenende-Gongs ins Zelt zurückgeholt wurden, zeigten Alma de Arrabal ihr Können. So war es kein Wunder, dass die Gäste im hinteren Bereich mittanzten.

Die Mozart Heroes trumpfen am Mittwoch, 1. August, um 20 Uhr zum zweiten Mal bei den Marienthaler Abenden auf. Sie rocken mit Cello und Gitarre und spielen ihr Programm „On Fire – von Mozart bis Metallica“. Alle Infos auf www.marienthaler-abende.de

(mm)
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