Hamminkeln: Streit zwischen CDU und Bürgermeister Bernd Romanski wegen Mobbing gegen die Feuerwehr

Hamminkeln : Streit um Mobbingvorwürfe

Der Rücktritt der Feuerwehrführung und die Folgen: Der CDU-Fraktionschef Dieter Wigger spricht gegenüber dem Verwaltungschef Bernd Romanski von „Mobbing“. Der Bürgermeister geht in die Gegenoffensive.

„Wir sind das Gegengewicht. Schließlich macht der Verwaltungschef längst nicht alles richtig.“ So sieht Dieter Wigger, der CDU-Fraktionschef, die Rolle der Christdemokraten im Rat. Jetzt hat er bei der Mitgliederversammlung der Dingdener Christdemokraten für Zündstoff gesorgt. In seiner scharfen politischen Analyse griff er den überraschenden Ausstieg der Feuerwehrführung Konrad Deckers und Wolfgang Sack auf. Die Verwaltungsspitze habe das Duo mit einem harten Schreiben in Sachen Bedarfsanalyse der Feuerwehr sozusagen vertrieben und wählte die Worte: „Wir dürfen die Leute so nicht wegmobben.“ Bürgermeister Bernd Romanski (SPD) retournierte auf seine Art deutlich: „Bodenlose Frechheit, sowohl mir gegenüber als auch dem Ersten Beigeordneten Robert Graaf.“ Der Ärger im Verwaltungsvorstand ist jedenfalls groß. Unklar ist, ob daraus weitere Folgen erwachsen.

Dieter Wigger sagte unserer Redaktion am Freitag: „Ich habe Mobbing nicht auf eine Person bezogen, sondern auf das Verfahren. Früher hätte man solche Konflikte mit der Feuerwehr intern besprochen. Diesmal wurde der scharfe Briefwechsel im Ratssystem hochgeladen, damit öffentlich zugänglich gemacht und die Feuerwehrführung so vorgeführt. Das war nicht nötig.“ Er bezog sich damit auf eine Stellungnahme von Deckers unter anderem zur Anschaffung eines Einsatzleitwagens und der sehr offensiv formulierten Antwort von Graaf als zuständigem Dezernenten. Wigger erkannte in dieser eine „andere Diktion“ als die des Beigeordneten. Meint: Jemand anderes habe hier die Feder geführt, einen Namen nannte Wigger nicht.

Bürgermeister Bernd Romanski wehrt sich vehement gegen Mobbing-Vorwürfe. Foto: Sebastian Peters

Das weisen Romanski und Graaf zurück. „Im Gegensatz zu anderen Politikern in der Stadt brauche ich keinen ,Ghostwriter‘“, ließ der Bürgermeister wissen. Man habe die Feuerwehrführung eher geschützt – ein Hinweis auf interne Querelen zwischen den Löschzügen. SPD-Fraktionschef Jörg Adams kritisierte: „Das Auskeilen von Herrn Dr. Wigger ist für mich völlig unverständlich. Insbesondere die Darstellung, der Beigeordnete Robert Graaf sei eine Marionette des Bürgermeisters, ist eine Diskreditierung. Er sollte sich entschuldigen.“
In der Sache jedenfalls geht es voran. So gibt es drei Kandidaten, die sich in den nächsten Wochen erst den Löschzügen vorstellen und dann Gespräche mit dem zuständigen Beigeordneten und dem Bürgermeister führen werden. Die entscheidende Anhörung aller Feuerwehrleute ist für den 5. November terminiert. Der Personalvorschlag muss dann vom Rat verabschiedet werden. Die Politik darf keine eigenen Vorschläge machen, die Personalfrage muss die Feuerwehr selbst regeln.

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SPD-Fraktionsvorsitzender Jörg Adams sagte:„ Das jetzige Auskeilen von Herrn Dr. Wigger ist für mich völlig unverständlich. Insbesondere die Darstellung, der Beigeordnete Robert Graaf sei eine Marionette des Bürgermeisters, ist eine bodenlose Frechheit. Es ist eine Diskreditierung von Robert Graaf als Mensch und der Position des ersten Beigeordneten der Stadt Hamminkeln. Ich hoffe, Herr Dr. Wigger hat die Größe, sich bei Herrn Graaf dafür zu entschuldigen.“

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