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Hamminkeln: Stadt bleibt auf 112 Wohncontainern in Dingden sitzen

Probleme in Dingden : Stadt bleibt auf 112 Wohncontainern sitzen

In der Flüchtlingswelle 2016 wurden Container in Dingden auf dem alten Sportplatz aufgestellt. Es gibt einen Rechtsstreit um den Verkauf. Jetzt wird es eng, denn das Areal soll bebaut werden.

Im Planungsausschuss reagierte Bürgermeister Bernd Romanski sehr knapp mit „ärgerlich“. Es ging um Dingden als bevorzugtes Gebiet für Häuslebauer, wachsenden Bedarf und ein neues Wohngebiet auf dem alten Sportplatz. Zuvor war das Bebauungskonzept und der Fortgang der Planung beschlossen worden. Das war positiv, doch dann kam die Nachfrage nach den Wohncontainern in diesem Bereich und was mit diesen geschehe.

Romanskis kurze Antwort war dabei bezeichnend, denn das Problem Verkauf der Container ist derzeit nicht lösbar. Anders gesagt: Die Stadt bleibt auf 112 Wohncontainern sitzen. Denn der Käufer zahlt einfach nicht.

Die Unterkünfte sind leer, niemand weiß, wofür man sie in Hamminkeln nutzen soll, aber das war nicht immer so. Anfang 2016, die Flüchtlingswelle war in vollem Gang und schnelle Entscheidungen für die Unterbringung der ankommenden Menschen waren zu treffen, waren die Behelfswohnungen nicht nur in Dingden vollbesetzt. Die Weiterverteilung begann, wider Erwarten schwellte der Flüchtlingszustrom rapide ab. Viele Flüchtlinge zogen weiter, oft in Großstädte.

Wohin mit 1112 Wohncontainern?, fragte man sich bald. Bernd Romanski, früher als Vorstand in der Baubranche tätig, sah die Möglichkeit, hier nach Abnehmern zu suchen. Recht schnell meldete er Vollzug, ein Hannoveraner Unternehmen zeigte Interesse. Es wollte bulgarische Arbeitnehmer auf Großbaustellen in Deutschland unterbringen, das Hamminkelner Angebot kam da gerade recht. Es sollten vom Käufer noch entsprechende Aufstellungsgenehmigungen eingeholt werden, hieß es bei der Stadt. Mit 200.000 Euro rechnete der Kämmerer. Doch es floss kein Geld, die Wohncontainer wechselten zwar vertraglich die Besitzer, aber nie den Standort. Der Verkauf war im Mai 2019 erfolgt, mit Option, die Container bis Herbst 2019 stehen zu lassen. Die Juristen bekamen das Wort, man befindet sich im Rechtsstreit.

Das laufende gerichtliche Mahnverfahren bedeutet auch, dass der Stadt die Hände gebunden sind. Sie kann die Wohncontainer nicht irgendwem weiterreichen, was zurzeit mangels Nachfrage ohnehin nicht sehr erfolgsversprechend wäre. Im Ausland wäre vielleicht ein Abnehmer zu finden, etwa in Griechenland, wo Flüchtlinge ankommen. Früher hat die Stadt einen Verkauf in die Türkei versucht – vergeblich.

„Wir werden am Ende die Container zwischenlagern müssen, wenn sich keine Lösung ergibt“, sagt der Bürgermeister. Der alte Sportplatz nebst dem alten Tennisplatz in Dingden soll jedenfalls frei sein, damit sich die aktuellen Bebauungspläne verwirklichen lassen.